Glaube und Religion

Mit dem Glauben ist das ja immer so eine Sache, und eigentlich bin ich es leid, dass ich genau zu diesem Thema etwas schreibe.

Sicherlich, mich zwingt niemand dazu, aber die gesellschaftliche Diskussion im Augenblick ist einfach nur zum … nun ja, Sie wissen schon was ich meine.

Obwohl, Diskussion ist eigentlich noch zu nett. Gesellschaftliche Intoleranz trifft es eher.

„Mein Glaube ist der einzig Wahre, und was du glaubst ist Quatsch.“

Ganieren wir diesen Satz noch mit den üblichen Drohungen an körperlicher Gewalt, dann ist die  Diskussion perfekt widergegeben.

Und soll ich mal was sagen – es widert mich an.

Mir ist es egal, ob man an Allah, Gott, Buddha oder was auch immer glaubt – letztlich es ist doch der Glaube, der vereint.

Schaut man sich einmal die Diskussionen im Einzelnen an, dann gibt es Augenblicke, in denen mir wirklich nichts mehr einfällt.

Ein Beispiel gefällig? „Magie, Hexen und sowas, das gibt es alles nicht. Punkt. Das ist alles Quatsch.“ Dasselbe gilt nach Aussage der Person auch über das Pendeln, Kartenlegen, Heilsteine etc. 

Ok, das ist eine Ausage, die kann man so stehen lassen. Allerdings kam diese Aussage von einem Vertreter einer großen christlichen Kirche. Zur Erinnerung sei hier noch einmal darauf hingewiesen, dass es jene Gemeinschaft ist, die an die unbefleckte Zeugung glaubt, deren Hauptprophet übers Wasser gehen und aus selbigen Wein machen kann. 

Das ist, natürlich, für diese Gemeinschaft KEIN Quatsch, ganz im Gegenteil, denn immerhin handelt es sich hierbei um den Glauben der Kirche.

Ich kann es ehrlich gesagt nicht mehr hören, und wenn die Gesellschaft wirklich im 21. Jahrhundert angekommen ist, dann sollte sie es allmählich auch leben.

In Deutschland gilt die Trennung von Staat und Religion, und trotz der religös geprägten Feiertage funktioniert diese Trennung sehr gut. Da sie im Grundgesetzt verankert ist, wage ich die Hoffnung, dass sich daran auch nichts ändern wird; das gilt jedoch nicht für die Gesellschaft. 

Durch die Situationen der letzten Jahre (Finanz- und Wirtschaftskrise, Flüchtlingszuzug etc) igeln sich jedoch immer mehr Menschen in ihrer eigenen kleinen Welt ein. Das ist verständlich, denn diese eigene kleine Welt gibt einem Sicherheit – und Sicherheit gehört verteidigt. Ein mehr als nur verständliches Verhalten, und doch ist es gefährlich, denn wenn auch nur ein Bruchteil der Menschen sich so verhält, dann sind Konflikte vorprogrammiert.

Zu sehen ist ähnliches bereits in Teilen von Deutschland, und hier wird diese Angst durch dumpfe Parolen von rechten Vollidioten auch noch genährt. Es geht dort mittlerweile nicht nur gegen Moslems (davon einmal abgesehen, dass sich unter den Flüchtlingen auch Christen befinden); es geht gegen Andersdenkende. Religion wird hier als Mittel lediglich vorgeschoben.

Und das ist kein Phänomen welches es nur in Ostdeutschland gibt, ganz im Gegenteil. In vielen Länder der BRD wird die Religion benutzt um Ängste zu schüren und gleichzeitig als schützenswert hingestellt.

Wohlgemerkt – selbstverständlich nur die eigene, die sogenannte traditionelle Religion.

Bei einem Parteitag der AfD in Köln wurde das mehr als nur deutlich. Die Spitzenkandidatin hatte sich vor das Mikrofon gestellt und der Regierung in Berlin vorgeworfen, dass man die christliche Tradition der Weihnachtsmärkte nicht mehr ohne Schutz und immer nur mit einem Gefühl der Angst genießen könne.

Nun, wenn ich richtig informiert bin, dann ist die Adventszeit für die Christen eine Fastenzeit, und somit wäre es sehr interessant zu erfahren, inwieweit Weihnachtsmärkte in der jetzigen Form eine christliche Tradition sind (sollte ich mich hinsichtlich der Fastenzeit irren, so möge man mich bitte eines Besseren belehren).

Andersherum jedoch ist auch nicht besser. Bei vielen Mitgliedern von Parteien aus dem linken Spektrum ist das Denken in Schubladen wohl mittlerweile mehr als nur eine Modeerscheinung. Man sieht ein bestimmtes Bild, ein Symbol, Schmuck an einer Person, oder hört eine bestimmte Art von Musik,  und sofort wird man in eine ganz bestimmte Schublade gepackt. Meistens trägt diese Schublade die Aufschrift Rechts, Nazi oder „Besorgter Bürger“. Es gibt jedoch auch Fächer mit der Aufschrift Spinner. 

Ein solches Denken kotzt mich mittlerweile genauso an wie das Denken der sogenannten christlichen Kirchen, denn letztlich ist es egal, welche Aufschrift das Fach oder die Schublade trägt, denn für ein offenes Miteinander in der Gesellschaft ist ein solches Denken nahezu tödlich.

Dabei wäre es so einfach. Würde man wirklich nach dem Prinzip „Leben und Leben lassen“ leben, dann hätten wir mit Sicherheit so manche Probleme gar nicht. Denn eines muss man sich immer vor Augen halten – Gewalt erzeugt bekanntermaßen Gegengewalt, und so kann man sich sehr schnell in einer negativen Spirale wiederfinden.

Durch den Flüchtlingsstrom der letzten Jahre werden, wie schon erwähnt, immer wieder Ängste geschürt; die Flüchtlinge wollen uns die Frauen, Arbeitsplätze oder Tradition nehmen und natürlich wollen sie die sogenannte Scharia bei uns einführen und die Kirchen in Moscheen umwandeln. Sicherlich, das sind Ängste, die man ernst nehmen muss, aber das gilt nicht für jene, die eben diese Ängste schüren. Solchen Menschen muss man durch konsequente Nennung von Tatsachen den Boden ihrer Lügen entziehen.

Zu solchen Tatsachen gehört aber auch, dass man den Menschen, die hierher kommen, deutlich sagt, wie es hier abläuft. Jeder hat das Recht seinen Glauben zu leben, aber er darf deswegen andere nicht damit unterdrücken. Hier gilt das Grundgesetzt als Richtlinie, und damit auch die Trennung von Staat und Religion. Das Problem an dieser ganzen Diskussion ist, das die jeweiliegn „Fronten“ mittlerweile ziemlich verhärtet sind. Ich rede jetzt nicht von Deutschland im allgemeinen, und doch wird sich dieses Land nicht aus dem Konflikt heraushalten können; das Referendum in der Türkei hat deutlich gezeigt, wie sehr andere Staatsreligionen hier an Einfluss gewonnen haben. Diese Entwicklung wird ganz bestimmt noch kein Ende haben, und deshalb gilt es grundsätzlich wachsam zu sein.

Nein, ich möchte in keinem moslemischen Land wohnen, und genausowenig möchte ich in einem Land leben, indem mir die christliche Kirche oder eine andere Religionsgemeinschaft sagt was ich zu tun habe und was nicht. Denn grundsätzlich muss man sich eine Sache IMMER vor Augen halten – Bibel, Koran, Tora oder was auch immer wurden von MENSCHEN geschrieben. Nicht von einem Gott oder dessen himmlischen Vertreter, der gerade nichts Besseres zu tun hatte und mal eben auf die Erde kam um die Zeilen einem dahergelaufenen Knaben zu vorzukauen.

Es waren Menschen, nicht mehr und nicht weniger.

Zum Abschluss eine Frage an die konservativen Christen. Wenn in der Bibel steht, dass Gott den Mann und die Frau nach seinem Ebenbild geschaffen hat, warum werden Frauen dann immer noch so merkwürdig behandelt bei euch?

In diesem Sinne – Be bless

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