Träume sind Begebenheiten, in denen das Unterbewußtsein Erlebtes verarbeitet, und in der Regel erinnern wir uns nicht an das, was man in der Nacht geträumt hat.
Was bleibt, das ist ein Gefühl.
Hin und wieder kann es sein, dass man sich an Dinge erinnert, die man nicht einordnen kann; die meisten sagen dann, dass es Erlebtes aus dem Traum ist, und schon lange habe ich mir angwöhnt, dass ich diese Gedankenbilder dann aufschreibe, wenn sie mich über mehrere Tage hinweg beschäftigen.
Es sind nicht viele, und ich habe auch erst im Jahr 2010 damit angefangen.
Dieser Text wird also immer wieder mal aktualisiert.
Komischerweise haben viele Träume etwas gemeinsam – eine gesichtslose Frau und eine Stimme sind immer vorhanden. Die Frau zu beschreiben ist schwer, und lediglich sind es drei Merkmale, an die ich mich immer wieder erinnere: das kurze schwarze Haar, die dunklen Augen, die einen Blick beherbergen, bei dem man das Gefühl hat, als würde einem bis auf die Seele geschaut werden, und eine Stimme von der Art, die man schwer beschreiben kann.
Ich höre sie auch noch lange, nachdem ich wach geworden bin, und sie sagt immer nur ein Wort – Bald.
Beides, diese Frau und diese Stimme, nahme ich bewusst seit 2010 wahr, doch die ersten Erinnerungen an die Traumbilder habe ich im Herbst 2011. Ich stehe auf einer Weide, um mich herum sind drei oder vier Pferde. Es weht ein lauer Wind, der in meinen langen Haaren spielt. Neben mir steht ein Wolf, aber die Pferde lassen sich weder von ihm noch von dem Raben über mir aus der Ruhe bringen. Überhaupt der Rabe. Er umkreist mich, und wie zur Aufforderung ihm zu folgen fliegt er ein Stück voraus und kommt wieder zurück; beginnt erneut damit mich zu umkreisen nur um dann wieder ein Stück voraus zu fliegen. Diese Spiel wiederholt sich so lange, bis ich dem Raben schließlich folge, der Wolf an meiner Seite. Das Gras der Weide ist weich, und ich spüre eine innere Ruhe in mir. Überhaupt ist es ein Gefühl, als wäre ich nach langer Zeit endlich auf dem Heimweg.
Plötzlich stehe ich in einem Raum, mir gegenüber eine Wand oder eine Tür. Sie ist rot, und vor ihr steht eine Frau mit schwarzen, kurzem Haar, die die Umrisse von Vögeln oder Schmetterlingen auf das Rot mit weißer Farbe zeichnet. Der Rabe sitzt auf ihrer Schulter und schaut mich an. Die Frau dreht sich nicht um, aber als sie fertig ist, kommt sie auf mich zu und nimmt meine Hand.
Ein Flüstern liegt in der Luft. „Bald“ höre ich.
Immer wieder frage ich mich, was mein Unterbewusstsein mir damit sagen möchte, denn eine solche Wand kenne ich nicht, und aus meinem Bekanntenkreis ist mir eine solche Wand fremd. Aufgrund meiner Pferdehaarallergie befinde ich mich selten auf einer entsprechenden Weide; erst 2016 hatte ich wieder angefangen häufiger zu reiten. Außerdem hatte ich diese Traumbilder immer wieder unregelmäßig, und erst im Oktober 2016 wurden sie abgelöst von anderen Träumen.
Anfang Oktober hatte ich einen solchen Traum, und eigentlich ist es nur ein kurzes Segment, an das ich mich erinnere. Ein Tisch in der Nähe eines Strands, an dem zwei Frauen sitzen und sich unterhalten und etwas trinken dabei. Sie lachen viel, aber es fließen auch Tränen – auf beiden Seiten. Ganz offensichtlich sind es Freundinnen, die sich viel zu erzählen haben, aber nicht alles ist positiv. Plötzlich schaut mich eine der Frauen an. Sie blickt mir in die Augen, aber ihr Gesicht kann ich nicht erkennen. Anders als sonst stand diesmal niemand neben mir und auch der Rabe und die Stimme fehlt. Stattdessen sah ich in dem schemenhaften Gesicht plötzlich klar und deutlich eine Träne. Die Frau weinte, und dem ganzen Traum haftete das Gefühl des Abschieds an.
Ein ähnliches Gefühl hatte ich nach dem Aufwachen schon einmal gehabt, Wochen vorher. Allerdings kann ich mich nur an dieses Gefühl erinnern, nicht an den Traum selbst. Lediglich der Geschmack von Vanille blieb mir irgendwie hängen.
Ist seitdem was passiert? Ja, eine ganze Menge, und nicht alles war positiv.
Mitte Oktober 2016 war ich körperlich so dermaßen geschafft, dass ich mich, entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten, nachmittags hingelegt hatte. Tage danach nach hatte ich das Gefühl einer inneren Verwirrtheit. In meinen Gedanken erschinen immer wieder Bilder, die mich an ein Moor erinnerten. Was jedoch neu war, das waren Erinnerungen an eine eine Luft, die herbstlich roch, und eine Umgebung, die absolut friedlich war. In der Ferne höre ich ein Pärchen lachen, doch dann herrscht wieder Stille. Ein Bahngleis blitzt im Sonnenlicht auf, und dann ist plötzlich diese Frau wieder da.
Wie immer spüre ich eher ihre Anwesenheit, aber sie steht neben mir und greift nach meiner Hand. Ich spüre die Hand als wäre sie real. Der Rabe sitzt wieder auf ihrer Schulter, und durch seine Augen spricht er zu mir. Wieder dieses Wort, dass in meinen Gedanken ist. Bald.
Ich höre einen Mann einen Namen rufen, aber die Frau an meiner Seite dreht sich zu mir und küsst mich.
Als ich wieder wach wurde, spürte ich eine solch innerliche Aufgewühltheit wie schon lange nicht mehr. Sicherlich, Moore kenne ich zur genügend, aber es befindet sich keines darunter, in dem sich Gleise befinden. Außerdem hatte ich den Eindruck, als wenn die Frau etwas in oder an der Hand hatte, das sie immer wieder streichelte.
Wie gesagt, ich weiß bis heute nicht, was diese Träume zu bedeuten haben. Seit ein paar Wochen sind sie auch wieder vermehrt da, nachdem ich eine zeitlang meine Ruhe hatte.
Gerade deshalb wird dieser Beitrag fortgeführt.


Manch ein Traum wird Wahr werden gerade dann wenn es einen Persönlich so Aufwühlen lässt.So meine Erfahrung.
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