TagNachtGleiche / Mabon

Mit diesem Beitrag zur TagNachtGleiche beginnt das große Outing, denn waren die vorherigen Beiträge eher nüchtern formuliert, so wird sich das nun ändern
Und das aus gutem Grund, denn im Grunde meines Wesens bin ich ein Kind des Herbstes und des Winters.
Für mich sind es zwei Jahreszeiten, in denen ich durchatmen kann.
Mabon ist eines der vier Sonnenfeste, und ist als TagNachtGleiche wohl besser bekannt.

Wie schon bei der NachtTagGleiche so wird an diesem Tag unter anderem die Gleichheit zwischen Tag und Nacht gefeiert.
Man spricht hier auch von Schwelltagen, denn die Änderungen in der Natur werden immer deutlicher.

Wie schon in den vorherigen Beiträgen erwähnt sehe ich die Zeit langfristiger, das heißt ich mache es nicht nur an einem Datum fest.
Mabon beginnt für mich am 21. September, hat seinen Höhepunkt an der entsprechenden TagNachtGleiche und endet dann am 30. Oktober.
Die Zeit bis dahin nutze ich um auf das zu blicken was ich in diesem Jahr alles erreicht habe.
Praktischerweise ist Mabon auch die Perfekte Zeit um mit dem zu beginnen, was gemeinhin als Buch der Schatten bezeichnet wird.
Gedanken, Praktiken, Rituale – all das findet Eingang in ein solches Buch, und Mabon eignet sich aufgrund der Rückblicke durchaus für den Beginn eines solchen Buches.
Gerade jetzt, wo die Tage allmählich wieder kürzer werden, kann man es sich daheim gemütlich machen und seine Gedanken zu Papier bringen.

Mabon eignet sich aber auch für den Blick nach vorne.

Für mich beginnt nun eine Zeit, wie sie magischer nicht sein kann, denn mit Samhain beginnt die Zeit der Ahnengedenken und mit Yule die Zeit des Neubeginns.
So nutze ich Mabon also auch als Vorbereitung hierfür

Mabon ist aber auch eine Zeit der Dankbarkeit, was am Erntedankfest nur allzu deutlich wird.

Früher hatte das Erntedankfest eine noch tiefere Bedeutung als es heute der Fall ist, und es wurde besonders geachtet und gefeiert.

Mit dem Erntedank verband sich früher die Ehrerbietung an die Ahnen und die Besänftigung der dunkler Kräfte. Die besten Früchte der Ernte wurden den Göttern, den Ahnen oder der Natur geopfert. Damit verlieh man der Bitte Ausdruck, daß das nächste Jahr ebenfalls wieder fruchtbar werden möge.

Es gab viele unterschiedliche Feste, je nachdem, was geograpfisch so geerntet wurde: Kartoffelernte mit den großen Kartoffelfeuern, dann Weinlese und Weinfeste, Apfelernte, Nußernte etc.

Erwähnen möchte ich noch den keltischen Ursprung, denn er macht meiner Meinung nach deutlich, wie eng die verschiedenen Glaubensrichtungen verwoben sind.
Im Keltischen war Mabon der walisische Sohn der Muttergöttin Modron, der Erdmutter und Schutzherrin der „Anderswelt“.
Mabon bedeutet „Großer Sohn“. Sein Vater war Mellt (=Blitz), der mit seinen Blitzen die Erde befruchtet und seinen Sohn zeugte.
Von der Geschichte her war es so, dass der kleine Mabon verschwand, als er nur drei Nächte alt war. Modron, die Erde, litt darunter furchtbar.
Überall wurde nach ihm gesucht. Und zuletzt fanden ihn drei Tiere, nämlich Amsel, Hirsch und Eule in der Anderswelt – der Bauchhöhle der Mutter Erde.
Drei Tage, das kommt einen doch sehr bekannt vor, denn laut Bibel ist auch Jesus nach 3 Tagen wieder auferstand.

Zwei Fragen werden mir immer wieder gestellt.
Zum einen, was genau die TagNachtGleiche eigentlich ist.
Nun, das erschließt sich schon aus dem Namen.
Der Tag und die Nacht sind gleich lang; nicht mehr und nicht weniger.
Der Unterschied zur NachtTagGleiche ist der Umstand, dass es nun langsam immer früher dunkel wird.

Die zweite Frage ist da schon etwas komplizierter, denn viele Menschen scheinen sich nicht ganz sicher zu sein, auf welches Datum dieser Tag nun fällt.
Der 21. September passt gut in das Muster der Sonnenfeste, die sonst alle um den 21. herum stattfinden doch nicht immer muß an diesem Tag auch die TagNachtGleiche stattfinden, denn hier ist es wichtig den Stand der Sonne im Auge zu behalten.
Hier kann der Tag durchaus variieren und fällt meistens auf die Zeit zwischen den 21. und dem 23.
Für Meteorologen übrigens ist der Herbstanfang immer der 01. September.

Bei vielen Hexen höre ich immer wieder, das Mabon eher unwichtig ist, doch da muß ich immer widersprechen.
Grundsätzlich kommt es immer auf einen selbst an wie man die Feiertage begeht und welche Rituale abhält.

Wie so oft, so muß ich auch an dieser Stelle erklären, dass jeder sein eigener Herr ist. Man sollte sich nicht zu 100% an das halten was man von anderen immer und immer wieder zu hören bekommt.
Wichtig ist, das man sich bei den Ritualen wohl fühlt.
Nur darauf kommt es an und genau aus diesem Grund betrachte ich immer den entsprechenden Zeitraum bis zum nächsten Feiertag.

Und dieser nächste Feiertag ist dann Samhain.

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