Nun ist es tatsächlich amtlich – der Frühling hält Einzug, und damit auch all das, was man bisher auf die lange Bank schieben konnte, denn mit der NachtTagGleiche übernimmt die Helligkeit wieder das Ruder.
Woher der Name Ostara kommt, und wie der ursprüngliche Brauch aussieht, darüber gibt es etliche Theorien, und jede von ihnen mag einen wahren Kern in sich tragen.
Wer aber meine bisherigen Beiträge zu den JahresKreisTagen kennt, der kennt auch meine unorthodoxe Auslegung und Ansicht, und genau deshalb gehe ich auf die zahlreichen Ursprünge gar nicht großartig ein.
Ostara ist für mich nicht nur die NachtTagGleiche; es steht auch nicht für den Frühlingsbeginn an diesem Tag.
Vielmehr ist Ostara für mich persönlich der Beginn der Fastenzeit.
Es gibt wohl keine Religion oder Glaubensrichtung in der nicht gefastet wird, und meistens ist es tatsächlich auch ein religiöser Hintergrund, der dazu auffordert.
Ich, der nun so gar nicht an irgendwelche Gottheiten glaubt, faste auch.
Jedoch ist meine Art, wie so oft, ziemlich unorthodox, denn während ich faste verzichte ich auf nichts.
Was sich auf dem ersten Blick vielleicht wie ein Widerspruch anhört hat seinen Grund.
Grundsätzlich versuche ich achtsam zu Leben, was mir allerdings nicht immer gelingt.
Ich genieße das Leben, ja, aber ich stehe auch mitten im Berufsleben, was ein achtsames Leben nicht immer einfach macht.
Genau aus diesem Grund ist mir das Fasten so wichtig.
Es ist für mich eine Zeit, in der ich mein Handeln mehr denn je hinterfrage.
Auf etwas verzichten? Warum?
Warum soll ich zum Beispiel auf ein Stück Schokolade verzichten wenn mir doch gerade danach ist?
Es geht, um bei der Schokolade zu bleiben, schlicht und ergreifend um die Selbstbeherrschung.
Warum zwei Stücke wenn auch ein Stück reicht zum genießen?
Denn genau darum geht es mir beim Fasten – um das bewusste Genießen.
Genauer – um das bewusste Leben.
Denn auch dafür steht Ostara – für den Beginn des Lebens.
Selbstverständlich spielt Sex hier eine nicht zu verachtende Rolle, denn auch hiermit beginnt schließlich das Leben.
Sicherlich, nach wie vor gibt es Gruppierungen, die einem einreden möchten, dass es keinen Spaß zu machen hat und lediglich dem göttlichen Zweck dient.
Aber hey, muß man wirklich auf diese Menschen hören?
Nö!
Also, genießt euren Sex und labbt euch an der Kraft, die er euch gibt.
Denn es gibt für mich keine Zeit, in der er kraftvoller ist als jetzt und in den kommenden Wochen.
Die Kraft dieser Zeit finde ich auch in der Meditation, weswegen ich das Ziel der Meditationen auch hierauf auslege.
Über allem jedoch steht das Ziel, diese Zeit der endgültigen Erneuerung bewusst zu genießen und zu erleben.
Und deswegen ist es für mich halt eine Fastenzeit.
Bis zum 30. April.

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