Der zweite Mittelaltermarkt zu Wedel, und doch etwas völlig anderes als der Erste – und das hing nicht nur mit dem Wetter zusammen.

War es im letzten Jahr noch ein kleiner beschaulicher Markt, so kann der Vergleich zu diesem Jahr überhaupt nicht standhalten.
Warum nicht?
Weil es eine Steigerung von über 100% war, deshalb.
Eigentlich wäre damit auch schon alles gesagt, doch nicht einmal das würde der Veranstaltung gerecht werden, denn so etwas in dieser Größenordnung habe ich bislang einfach noch nie erlebt.
Unzählige Marktstände, zahllose Besucher und zwei Gruppen, Die Vertrieben und Taurus Taron, die in einem Zelt für kurzweilige Unterhaltung gesorgt haben.
Dazu Schwertkampf, die wunderbare Bauchtanzgruppe Phabula – besser geht es nicht, trotz aller komischen Kommentare einer Stadtteilzeitung aus Rissen zum Trotz.

War am Sonntag das Wetter zu Beginn nicht gerade einladend um eine OpenAir- Veranstaltung zu besuchen, der Regen wollte einfach nicht aufhören, so wurde der Festplatz im Laufe des Tages immer voller, es schien ja auch die Sonne.
Dennoch tat das zu Beginn feuchte Wetter der Laune der wenigen Besucher und der zahlreichen Standbetreiber keinen Abbruch, im Gegenteil.
Man kennt sowas schließlich und ließ sich den Spaß einfach nicht verderben.
Auch nicht von dem Jahrmarkt, der genau nebenan stattfand – und damit wäre ich auch schon bei der Schattenseite.
Jahrmarkt UND Mittelaltermarkt, das ist schon eine logistische Herausforderung aller Beteiligten, doch scheinbar ist es so, dass seitens des Jahrmarkts schlechte Stimmung verbreitet wurde und einige Schausteller uneinsichtig waren.
Nur, weshalb?
Es ist doch nun wirklich nicht schwer, wenn man vernünftig nebeneinander besteht, doch damit scheinen einige Schwierigkeiten zu haben.
Aus diesem Grund mussten auch einige Tiere zum eigenem Schutz wieder entfernt werden.
Vielleicht sollte sich die Stadt Wedel einmal eine neue Konzeptionierung einfallen lassen, denn das der Mittelaltermarkt gut angenommen wird, das ist wohl unbestritten.
Eine Idee hörte ich bereits am Sonntag vor Ort – der Jahrmarkt an die Straße verlegen, und direkt dahinter den Mittelaltermarkt.
Klingt sinnvoll und vielversprechend.
Denn eines hörte ich ebenfalls mehrfach – der Mittelaltermarkt zu Wedel hat das Potential das ja nicht mehr in Hamburg stattfindende MPS zu ersetzen.
Nun, ein Stück weit folge ich dieser Einschätzung, doch ich gehe noch einen Schritt weiter und stelle einfach mal die Behauptung auf, dass hier etwas geschaffen wurde, das besser ist.
Der Mittelaltermarkt zu Wedel hat meiner Ansicht nach das Potential zu einer dauerhaften Einrichtung, denn der Unterschied zum MPS liegt auf der Hand.
Diese Großveranstaltung ist mittlerweile zu einem Musikfestival mit ein wenig Markt drumherum verkommen, wohingegen in Wedel das genau Gegenteil der Fall ist.
Und das alles bei freiem Eintritt, eine weitere Seltenheit in der heutigen Zeit.

Allerdings möchte ich zum Schluss einen Vorschlag der Verbesserung machen, und da ich weiß, dass eine bestimmte Person dieses hier lesen wird, stoße ich damit auf offene Ohren.
Wie schon erwähnt, traten beide Bands in einem Zelt auf. Das war der Situation geschuldet, dass in diesem Zelt auch das traditionelle Tanz in den Mai als Abschluss des sogenannten Ochsenmarktes stattfindet.
Vielleicht sollte man, wenn es denn möglich ist, wieder einen Mittelpunkt des Marktes schaffen, denn ich hatte den Eindruck, dass die Auftritte nicht jedermann bekannt waren.
Wie ich gehört habe, will man im nächsten Jahr, sofern es einen weiteren Mittelaltermarkt zu Wedel geben wird, noch eine Schippe drauf legen.
Ich hoffe, dass es wirklich dazu kommt.
