Alles Karma – oder was…?

Es gibt wohl kaum einen Begriff, der universelder und fast schon inflationär verwendet wird wie der des Karma.
Selbst ich benutze ihn hin und wieder, jedoch eher ironisch, denn für mich, welch Wunder, macht Karma keinen Sinn.

Glaubt man den einschlägigen Meinungen, dann ist Karma sowas wie eine höhere Gerechtigkeit, die genau dann zuschlägt, wenn man es am wenigsten erwartet.
Selbst von einem Karmakonto habe ich schon des Öfteren gelesen, jedoch wird nirgends erwähnt, wo man den Kontostand abfragen kann

Jetzt ernsthaft, liebe Leute, warum setzt ihr mit diesem eigentlich nichtssagendem Begriff, den irgendjemand einmal irgendwo aufgeschnappt hat, unter Druck?

Was ich genau meine, das läßt sich am Besten mit ein paar Beispielen aus der Realität erklären.
Auf dem Weg zur Arbeit, wenn ich Vormittags mit der Bahn fahre, dann sind dort regelmäßig unterschiedliche Leuteunterwegs, die etwas von einem wollen.
Meistens Geld.
Wenn ich denen jetzt ständig etwas geben würde, dann wäre ich nach zwei Wochen pleite.
OK, denen würde es gut gehen, aber mein Kühlschrank wäre leer.
Anders formuliert, um der sogenannten Karmatheorie zu folgen – ich würde verhungern, aber ich hätte Gutes getan.
Klingt nun gar nicht logisch, milde formuliert.

Ein weiteres Beispiel gefällig?
Wenn ein Schüler eine weiter fünf im Zeugnis hat, dann ist der Notendurchschnitt im Keller und der Ausbildungsplätze weg.
Also wäre es für das Karma des Lehrers schlecht, wenn er dem Schüler eine fünf gibt, obwohl dieser in dem entsprechendem Fach einfach nur dumm ist.
Sorry, aber diese Logik ist für mich genauso an den Haaren herbeigezogen wie das oben erwähnte Verhungern.

Karma ist für mich nichts anders als das, was die katholische Kirche damals mit den Ablaßbriefen gemacht hat.
Menschen werden gewissermaßen dazu erpresst angeblich Gutes zu tun und werden, quasi als Gegenleistung, mit weniger Schaden belohnt.

Aber wer entscheidet eigentlich was Gut ist und was nicht?
Der einzelne Mensch bestimmt nicht, denn hier kommt die entsprechende Wahnehmung ins Spiel, das das Ganze immer wieder verzerrt.
Bleibt also das Universum?
Nun, hier dürfte die Entscheidung sehr interessant sein, denn wer entscheidet hier was?

Sicherlich, es gibt genügend Sprüche, und auch das Gesetzt der Hexen erwähnt es, die einem dazu raten Gutes zu tun, denn nur dann kommt das Gute auch zu einem zurück; tut man hingegen Böses, so kommt dieses zu einem.
Meiner Meinung nach liegt es aber an jedem einzelnen von uns, wie er was betrachtet.
Wer seiner Meinung nach Gutes tut, der strahlt es auch aus, und diese Ausstrahlung nehmen andere Menschen war.

Bei all dieser Betrachtung darf man eine ganz wichtige Sache nicht vergessen – grundsätzlich gelten in erster Linie immer die Gesetzte des Landes, in dem man sich gerade befindet.
Dem hat sich alles andere unterzuordnen.
Auch das Karma.

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