Über Amrum habe ich nun wahrlich schon einiges geschrieben, und immer wieder werde ich gefragt, ob ich nicht einmal auch woanders Urlaub machen möchte.
Klar, und das mache ich auch, doch immer nur für ein paar Tage und selten für eine ganze Woche, was das Minimum auf Amrum ist.
Ich muß also nicht mehr erwähnen, welchen Zauber Amrum auf mich hat – wenn ich im Sommer dort bin.
Nun geht es aber nicht darum; es geht vielmehr um den Herbst, der ja eh schon einen ganz eigenen Charme hat.

Fünf Mal durfte ich nun schon die Insel zu dieser Jahreszeit genießen, und jedesmal war es komplett anders.
Das halbe Dutzend habe ich nun, im Oktober 2019, voll gemacht – und die Vorgeschichte, die es hierzu gibt, ist so absolut typisch für mich, denn eigentlich war etwas völlig anderes geplant.
Eigentlich wollte ich diese Woche nach Travemünde fahren.
Diese kleine Stadt an der Ostsee kenne ich schon lange, und seit meinem kurzen Urlaub dort im letzten Jahr hatte ich mir eigentlich vorgenommen, dass ich dort mal für eine Woche hinfahren werde.
Ich suchte also im Internet eine Unterkunft – und buchte den Urlaub auf Amrum.
Tja, das Unterbewusstsein lässt sich halt nicht betrügen, doch dafür verbringe ich den Beginn von Samhain an der Ostsee.

Wie schon gesagt, im Herbst hat Amrum, wie wohl jeder Ort, seinen ganz eigenen Charme, und gerade das Dorf Nebel schaltet gleich mehrere Gänge herunter.
Ich bin gerne hier, denn anders als Wittdünn oder Norddorf ist es hier immer ruhig und bodenständig.

Ja, Touristenströme gibt es auch hier, allerdings keine Anhäufung, denn anders als in Wittdünn oder in Norddorf gibt es hier ’nur‘ eine kleine Anzahl von Geschäften.
Die jedoch passen perfekt hierher, wobei ich das Restaurant Nautilus und das Friesencafe nur exemplarisch und stellvertretend für die anderen Geschäfte und Restaurants hier erwähnen möchte.
Hier kann man jedoch nicht nur gut Essen; man kann auch herrliche Spaziergängen machen, denn sowohl das Watt als auch der Wald und erst recht der Strand bieten dazu nahezu unzählige Möglichkeiten.
Und wer sich einfach nur im Stillen erholen möchte – kein Problem.
Der kleine Park beim Haus des Gastes bietet genau hierfür die passenden Liegen.

Übrigens, wenn man schon einmal hier ist, dann sollte man auf jeden Fall der Kirche nebenan einen Besuch abstatten. Die Inneneinrichtung dort passt wirklich perfekt hier her.
Auch sollte man sich den Friedhof mit den alten Grabsteinen einmal genauer anschauen und die Vergangenheit auf sich wirken lassen.


Wer auf Amrum also wirklich Erholung erleben möchte, der macht in Nebel nichts verkehrt – ganz im Gegenteil.
Die kleinen, zum größten Teil reetgedecken Häuser, strahlen eine Natürlichkeit und Gemütlichkeit aus die auf mich wirklich entspannend wirkt.
Und das Schönste daran – Nebel liegt quasi in der Mitte der Insel; man zu Fuß also überall schnell hin.
Obwohl – Zeit spielt auf Amrum keine Rolle.
Und in Nebel schon gar nicht, denn hier scheint die Zeit irgendwie langsamer zu laufen als anderswo.
So kommt es mir zumindest immer wieder vor, und genau deswegen bin ich so gerne hier.
