Finkenwerder

Ich habe es tatsächlich an meinem letzten Urlaubstag geschafft und meine alte Heimat, die ehemalige Elbinsel Finkenwerder, endlich wieder besucht.
Wenn ich hier bin, dann meist immer für ein paar Stunden hier und gehe immer spazieren.
Dabei ist es völlig egal von welchem Punkt aus ich starte – ich komme immer wieder zu einem Ort, der mich, wie kein anderer, geprägt hat.

Finkenwerder, Ort meiner Kindheit und meiner Jugend.
Von 1974 bis 1997 habe ich hier gelebt und nach wie vor betrachte ich diesen Ort als meine Heimat, denn hier habe ich meine Wurzeln.

Selbstverständlich sehe ich jede Veränderung, die sich dort ergeben, und ich weiß, es ist der Lauf der Dinge, denn Veränderungen gehören zum Leben.
Doch muß einem alles gefallen?
Nein, muß es nicht.
Da ich nun nicht regelmäßig dort bin, nehme die Veränderungen natürlich deutlicher wahr als es eventuell jemand macht, der dort noch lebt und alles sofort erlebt, doch es gibt Ecken und Straßen, dort scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Es sind gerade diese Ecken, die mich immer wieder anziehen, denn auch wenn ich Finkenwerder als einen einzigen Kraftplatz ansehe, so sind es diese Gegenden dort, die immer wieder dafür sorgen, dass ich zur Ruhe komme.

Hier kann ich durchatmen und den Alltag komplett vergessen.

Dabei gibt es immer wieder Augenblicke, in denen ich das Gefühl habe mich mitten in meiner eigenen Verganhenheit zu befinden.

So geschehen im Februar 2019.
Ich hatte mich Finkenwerder von einer bis dahin völlig neue Seite genähert und war schließlich, nach einem für meine Verhältnisse gewaltigen Fussmarsch, völlig überrascht, dass die evangelische Kirche offen war.

Nun muß ich sagen, daß ich zu dieser Kirche eine ganz besondere Beziehung habe, denn ich wuchs nicht nur in unmittelbarer Nähe auf – in ihr wurde ich getauft und konfirmiert.
Bin deswegen nun christlich?
Gefühlt eindeutig nicht, doch hat diese Kirche eine ganz besondere Anziehungskraft auf mich.
Vielleicht liegt es tatsächlich daran, dass ich gewissermaßen in ihrem Schatten aufgewachsen bin.

Wer an Finkenwerder denkt und vielleicht auch schon mal davon gehört hat, der denkt meistens zuerst an Airbus, den Hafen und ganz viel Gewerbe.
Sicherlich, das ist auch ein Teil von Finkenwerder, aber es ist noch viel mehr.
Finkenwerder hat viele Facetten, und deswegen hebe ich die Natur immer wieder besonders hervor, denn ich kenne keinen anderen Ort wo Industrie und Natur so dicht beieinander liegen,

Gerade durch die Sturmflut 1962 hatte es einschneidende Änderungen gegeben.
So wurde die Süderelbe quasi stillgelegt, und es existiert seit dem als ein kleiner Bach.
Der allerdings hat es in sich, denn hier konnte sich ein Biotop entwickeln wie es sich meines Wissen nach kein zweites Mal in Deutschland gibt.

Wer Hamburg besucht, oder gar hier lebt, der sollte sich Finkenwerder in Ruhe anschauen und diesen Ort auf sich wirken lassen.
Geht abseits der Wege, schaut euch die Obstplantagen an – und nutzt die zahlreichen Bänke um die Natur und die Ruhe zu genießen.

Wer mehr über meine Gedanken zum Thema Kraftorte lesen möchte, dem empfehlen diesen Link.

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