Jedes Jahr verbringe ich meinen Urlaub auf Amrum, und da diese Insel für mich ein ganz zentraler Kraftplatz ist, ist es nur konsequent, das ich mich auch mit der Geschichte und den Brauchtümern beschäftige.
Ein ganz zentraler Brauchtum findet an der gesamten Nordfriesischen Küste am 21. Februar statt, und es ist mein erklärtes Ziel, das ich selbst einmal an diesem Tag das Bikebrennen erleben möchte.
Bisher war es mir noch nicht vergönnt, aber ich weiß genau, das es irgendwann der Fall sein wird.
Wer nun mit dem Begriff und dem Zweck des Bikebrennen nichts anfangen kann, dem sei gesagt, das es dem Osterfeuer recht nahekommt, denn mir ist bei der Recherche zu diesem Beitrag aufgefallen, das es weiter verbreitet ist als ich dachte.
Und auch der Sinn ist im Grunde genommen überall der Gleiche wie bei unseren Osterfeuern (dazu jedoch mehr am Ende des Beitrags).
Bikebrennen ist mehr als nur ein traditionelles Ereignis, das jedes Jahr am 21. Februar begannen wird – es ist ein regelrechtes Fest.
Im Mittelalter, so glaubt man heute, stand die Vertreibung von Geistern und Dämonen im Vordergrund, wobei quasi als Nebeneffekt die neue Aussaat geschützt wurde.
Auf den Nordfriesischen Inseln änderte sich dieses jedoch, denn hier standen die Feuer zum Abschied an die Seefahrer.
In einem Bericht über die Friesen las ich den interessanten Absatz über das Verbot dieses Brauches durch die christliche Kirche.
Ich vermute also mal, dass die Verabschiedung der Seefahrer letztlich dazu diente dieses Verbot zu umgehen.
Im Laufe der Zeit erlebte das Bikebrennen ein Auf und Ab, aber es verschwand nie – bis es zum Schluss von der Tourismusbranche entdeckt wurde.
Seitdem ist das Bikebrennen neben der Tradition ein Event, das in der eigentlich ruhigen Zeit für einen kleinen Ansturm an Gästen sorgt.
Was ich interessant fand, das ist die Reichweite.
Ging ich im Grunde davon aus, dass sich das Bikebrennen lediglich auf die Küstenregionen begrenzt, so wurde ich eines Besseren belehrt, denn neben deb schon erwähnten Osterfeuern gibt es diese Tradition selbst in der Eifel und in der Schweiz.
Diese Erkenntnis hat mich in dem Verdacht bestärkt, dass der Grund der Verabschiedung lediglich dazu diente die Kirchenvertreter zu täuschen, denn wer die Friesen kennt, der kennt auch ihre Schläue, aus der auch ihr Leitspruch abzuleiten ist – Lieber Tod als versklavt.
Ich weiß nicht, welche Bedeutung das Bikebrennen ursprünglich hat, aber ich weiß, das dieser Tag ein Wichtiger in Nordfriesland ist.
Und vielleicht ja nicht nur dort.

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