Ja, dieses ist eine Ergänzung zu meinem kleinen Beitrag über Faun.
Ich hatte ihn bewusst kurz gehalten, denn den inhaltlichen Teil habe ich mir für diese Fortsetzung vorgenommen.
In Zukunft wird es anders aussehen, versprochen.
Über zwei Personen hätte ich im ersten Beitrag ja schon geschrieben, aber Faun sind nicht nur Laura und Fiona.
Faun sind auch Oliver SaTyr Pade, seit der Gründung 1999 nach wie vor dabei, der neben Gesang, Harfe und Lauteninstrumente auch die E-Gitarre beherrscht.

Oliver ist definitiv der Kopf von Faun, hatte er doch zusammen mit Birgit Muggenthaler und Werner Schwab die Gruppe 1999 gegründet.
Sicherlich werden nun einige aufhorchen, wenn sie den Namen Birgit Muggenthaler lesen.
Ja, ganz genau – die Birgit, die auch bei Schandmaul aktiv ist.
Letztlich war sie es, weswegen ich auf Faun aufmerksam wurde.
Niel Mitra (leider ohne Bild), der quasi der Meister des Synthesizer ist, gehört aber genauso wie Rüdiger Maul am Schlagzeug und Stephan Groth an der Drehleiter dazu.

Und eben halt die beiden Damen der Gruppe – Laura Fella und Fiona Rüggeberg-Frewert.

Nun, durch Laura habe ich das Gefühl, das es für die Gruppe insgesamt auf eine neue Reise geht, denn Laura hat eine Art die Lieder zu singen, das man nur mitgehen kann – eine andere Wahl hat man nicht.
Auch das Zusammenspiel mit Fiona ist einmalig, was mir ja schon auf der neusten CD aufgefallen ist.

Ich bin gespannt, wie sich das mit der Nachfolgerin von Fiona fortsetzen wird.
Faun Live, das ist für mich das bisherige Highlight in diesem Jahr, und wenn diese wunderbare Gruppe auch noch in der Laeiszhalle spielt, dann kann es für mich gar nicht besser laufen.

Es stand für mich außer Frage, dass ich zu diesem Konzert gehe, denn auch wenn es bei mir eigentlich die Ausnahme ist, Oper und Ballett zähle ich nicht dazu, so war ein Faun Konzert längst mehr als nur überfällig.
Und ich wurde nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil, doch zuvor möchte ich einen kleinen Rückblick wagen.
Bis vor kurzem habe ich die Homepage von Faun eher selten besucht, und auch aus diversen Foren halte ich mich eigentlich immer raus.
Umso erstaunter war ich, als ich bei dem Best-Of-Album plötzlich eine Stimme hörte, die mir nun wirklich nichts sagte.
Es war bei dem Lied Feuer, und ich war sofort mental dabei.
Es sei an dieser Stelle erwähnt, daß eben dieses Lied, trotz des Best-Of, neu war, und die Stimme der Sängerin hatte mich sofort in ihren Bann geschlagen.
Nur, wer war das?
Auf den vorherigen Alben war diese Stimme nicht zu hören.
Nun ist es bei Faun nicht Neu, das jemand geht und jemand kommt, doch einen solchen Wandel habe ich bei dieser Gruppe so noch nie erlebt.
Sicherlich, der Wechsel von Sandra Elflein hin zu Katja Moslehner war schon wie ein Bruch, auch wenn es zwischen den Beiden noch zwei andere Mitglieder gab, die ihre Spuren hinterlassen hatten, doch nun schien die gesamte Gruppe wie verwandelt – und ich fieberte dem neuen Album förmlich entgegen.
Und nun halt das erste Konzert für mich.
Ja, die Vorzeichen waren alles andere als günstig, denn das Coronavirus hatte schon für manche Absagen gesorgt.
Auch Faun blieb davon nicht völlig verschont, was ich jedoch absolut nachvollziehen kann.

Die Autogrammstunde wurde für die gesamte Tour abgesagt, und auch Treffen mit den Fans gab es nicht.
Traurig, sicherlich, aber da Laura schwanger ist und die Gruppe insgesamt die Tour weiterhin bestreiten möchte, ist diese Entscheidung wirklich mehr als nur verständlich.
Und ich bin froh, dass das Konzert überhaupt stattgefunden hat, denn es war ein Konzert, wie ich es so schnell nicht vergessen werde.
Wie schon erwähnt, eigentlich bin ich kein großer Konzertgänger.
Überhaupt war ich, abgesehen von Oper und Ballett, bisher nur auf zwei Konzerten – Saltatio Mortis und Schandmaul – Events wie das MPS nicht mit eingerechnet.
Ja, Faun war absolut überfällig.Aber wie war nun das Konzert?
Nun, es war großartig, und das ist noch milde formuliert.
Sehr milde sogar, denn noch immer fehlen mir einfach die Worte.Was Faun hier abgegeben hat, das war wirklich ein Konzert der Spitzenklasse, was bereits beim Bühnenbild begann.

Die gesamte Gruppe stand während des Konzertes wie eine Eins auf der Bühne, wobei das Hauptaugenmerk auch bei mir auf zwei Personen lag – Fiona, die ja Faun im Sommer verlassen wird, und Laura.
Der erste Teil des Konzertes barg so manche Überraschung gerade bei den Musikstücken, denn wer nun denkt, dass es nur Titel des aktuellen Albums gab, der wurde eines besseren belehrt.
Es war vielmehr eine musikalische Reise durch die Schaffenszeit von Faun.
Reise ist dabei ein gutes Stichwort, denn auf einer Reise fühle ich mich jedesmal, wenn ich diese Musik höre.
Es ist für ein komplettes Abdriften und mentales Herunterkommen, was mir wirklich nur bei dieser Gruppe so gelingt.
Jedoch – live war und ist diese Reise für mich wesentlich intensiver gewesen, und das ist es, was dieses Konzert so unvergessen macht.
Fast hatte ich den Eindruck, dass man meine Gedanken lesen könnte als ich die ersten Akkorde von Feuer hörte.
Ja, es ist ganz eindeutig eines meines Lieblingslieder von Faun, denn es geht mir so unter die Haut, das ich das Lied förmlich spüren kann.
Dieses Gefühl habe ich noch bei zwei weiteren Liedern, Walpurgisnacht und Sommerreigen, aber bei Feuer ist es wirklich ganz tief in mir.
Überhaupt, Walpurgisnacht war, neben Alba und halt Feuer ein weiters persönliches Highlight in dem ersten Teil des Konzertes, und bereits hier war deutlich zu spüren, mit welchem Spaß und mit welcher Freude Faun auf der Bühne stand.
Die Lichtshow tat während des ganzen Konzertes ihr übrigens und hüllte den ganzen Saal immer wieder wie mit einem magischem Tuch ein.

Das Faun nicht nur leise Töne im Sortiment der Texte hat, das wurde unter anderem mit Feuer und eben auch Walpurgisnacht eindeutig bewiesen, doch auch bei den Liedern, die letztlich niemanden mehr auf den Sitzen hielt, war der für diese Gruppe typische musikalische Unterton deutlich zu spüren.
Am Schluß, bei dem Stück Wind und Geige, war das deutlich zu sehen – und zu hören.Mag sein, dass es an einem der beiden Gäste lag, denn die Geige spielte kein geringer als Flo von Versengold.

Beim Konzert ist mir das Zusammenspiel der einzelnen Musiker aufgefallen, und ich habe deutlich die Freude und den Spaß gespürt, den die Künstler da oben auf der Bühne haben.
Das merkte man auch an den kleinen Moderationen und Animationen, die das Publikum jedesmal freudig annahm.
Ich sollte an dieser Stelle vielleicht noch mal erwähnen, dass das Publikum wirklich sehr gemischt war, und auch hier spiegelte sich die Bandbreite der Gruppe wider, denn es waren wirklich alle Altersgruppen vertreten, und egal ob man nun in mittelalterlicher Gewandung, in phantasievollen Kostümen oder ganz normaler Kleidung dort war – alle einigte der Spaß an diesem wunderbarem Konzert.
Der musikalische Genuß wurde durch einen Künstler abgerundet, den ich bis dahin gar nicht kannte.
Kelvin Kalvus ist der Name, und die Art und Weise, wie er im Einklang mit der Musik zwei Kristallkugeln scheinbar schwerelos über seine Hände und Arme gleiten ließ – das hatte schon etwas magisches und passte perfekt.
Zum Schluß muß ich jedoch ein kleinwenig Kritik üben, denn es gab etwas, das mir persönlich fehlte.
Weder Spieglein, Spieglein noch Aschenbrödel wurden gespielt, und ich denke, das zumindest bei dem ersten Lied der Saal getobt hätte.
Positiv im persönlichen Sinne ist die Tatsache, dass ich meine Sammlung der CDs von Faun nun fast vervollständigen konnte.
Lediglich Zaubersprüche fehlt noch, aber diese CD scheint ein Mythos zu sein.😉Auch konnte ich mir endlich das Soloalbum von Fiona kaufen sowie die CD eines Projektes von Oliver.
Wie dem auch sei, ich möchte diesen Bericht mit einem Satz abschließen, den Oliver treffend gesagt hat, als er die Gruppe vorgestellt hatte.
Wir sind Faun, und da hat er recht.
Jeder einzelne von ihnen ist genial, aber gerade das Zusammenspiel ist es, was Faun ausmacht.
Ja, jeder einzelne ist ein Künstler, aber nur zusammen sind sie Faun.
Und das hoffentlich noch viele Jahre.

Wer nun mehr über Faun und den Verlauf der Tournee erfahren möchte, dem empfehle ich die Homepage von Faun.
