Die Lembecksburg auf der Nordseeinsel Föhr

Mein Urlaub hat die Bergfest, und eigentlich wäre das der richtige Zeitpunkt um eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen, aber ich möchte statt dessen lieber von etwas berichten das mich noch Tage später nachhaltig beeindruckt hat.

Nach Amrum fahre ich seit Jahren immer wieder, doch auf Föhr war ich noch nie.
Das hat sich nun geändert, denn es hatte einen triftigen Grund.

In einer Dokumentation, in der es um die Zeit des Wechsels in Nordfriesland ging, also jene Zeit, als die christliche Mythologie immer weiter Fuß fasste, ging es unter anderem um die Lembecksburg.

Wer nun vor seinem geistigen Auge eine Festung aus Stein vor Augen hat, den muß ich gleich zu Beginn enttäuschen, denn bei der Lembecksburg handelt es sich in erster Linie um einen Wallring.

Was genau die Lembecksburg war, oder welchem Zweck sie diente, darüber scheiden sich die Geister. Sagen die einen, dass sie wohl im 10. Jahrhundert erreicht wurde, so verweisen anders auf Funde, die eine frühere Besiedelung belegen.
Die Wahrheit liegt wohl, wie so oft, irgendwo dazwischen, und im Grunde genommen ist es mir auch egal, denn ich wollte diesen Ort mit meinen eigenen Augen sehen und mit meinen Sinnen spüren.

Und genau das habe ich.

Der fast kreisrunde beeindruckende Wall bei Borgsum, einer Gemeinde auf Föhr.
Beeindruckend deshalb, weil man den Wall bereits erblickt sobald man in die zu ihm führende Straße eingebogen ist.

Es es nicht weit bis man vor dem Eingang steht, und genau in diesem Augenblick spürt man förmlich das, was dieses Bauwerk heutzutage ausdrückt.

Ich bin alt und du bist nichts – das war es, was ich im ersten Augenblick gedacht habe.
Die Lembecksburg steht mitten auf einem Feld und kann komplett bestiegen werden, und ich kann nur empfehlen dies auch zu tun, denn der Ausblick von dort ist herrlich.

Ein Landwirt, mit dem ich anschließend gesprochen habe, meinte zu mir, dass die Burg wohl eine Art Schutz vor Hochwasser war, doch bei meinen Recherchen im Internet habe ich andere Informationen gefunden.

So soll die Burg selbst offenbar in der Wikingerzeit erbaut worden sein, doch wie oben schon angemerkt hat man bei bei Ausgrabungen auch Zeugnisse einer früheren Besiedelung gefunden.

Diese passen übrigens sehr geut zu den Steingräbern ein paar Kilometer weiter, doch aufgrund der begrenzten Zeit konnte ich die leider nicht auffsuchen.
Tja, eines meiner Ziele im nächsten Jahr steht damit also schon mal fest.

Der Namensgeber war übrigens ein Klaus Lembeck, der als Ritter im 14. Jahrhundert hier lebte, doch das sei hier nur am Rande erwähnt, denn für mich hat dieser Wall eine gant andere Bedeutung.
In der bereits erwähnten TV-Dokumentation ging es um eine Linie zwischen der Kirche auf Pellworm und einem Platz auf Sylt, der dort als früheres Heiligtum angesehen wird.
Die Lembecksburg liegt ungefähr in der Mitte dieser imaginären Linie und hat damit eine völlig neue Bedeutung.
Entsprechende Fachleute gehen heute davon aus, das der Platz, an dem heute die Lembecksburg steht, früher ein heiliger Platz gewesen sein muß.
Eine kleine Anmerkung am Rande – die meisten Kirchen hier in Nordfriesland stehen auf Plätzen, die früher als Heilig galten.

Nein, ich möchte hier keine neue Diskussion vom Zaun brechen.
Ich möchte aber auch nicht, dass dieses Wissen verloren geht.

Was ich auf und in der Lembecksburg gespürt habe, das lässt sich nur schwer in Worte fassen, denn es war einfach wunderbar.
Vergangenes trifft auf Modernes, so kann man es durchaus zusammenfassen, aber gleichzeitig war da noch viel mehr; wesentlich älteres.
Dieser Ort ist mächtig, das konnte ich deutlich spüren.
Mächtig und Weise, eine solche Beschreibung trifft es am ehesten.

Jedoch sollte sich jeder, der diesen Ort besuchen möchte, sein eigenes Bild machen.
Empfehlen kann ich es auf jeden Fall.

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