Sommerurlaub 2020 im Zeichen von Corona – das war und ist was völlig anderes als in den Jahren zuvor.
Die geltenden Beschränkungen machten sich natürlich auch auf Amrum bemerkbar, und auch wenn es, wie eigentlich überall, solche Mitmenschen gibt, die die Ansicht vertreten, dass all das für sie ganz offensichtlich nicht gilt und der Rest der Menschheit es endlich mal begreifen sollte, waren es vierzehn Tage, die ich in komplett genossen habe.

Sicherlich, Beeinträchtigungen gab es, aber sowas bleibt einfach nicht aus in solch einer Situation.
Und die paar Mal, die ich in einer Schlange stand, vorzugsweise morgens beim Bäcker, konnte ich nun wirklich verkraften.
Und die Umsetzung der vorhandenen Hygienekonzepte klappte aus meiner Sicht hervorragend.

Ja, es war eindeutig ein schöner Urlaub, denn Urlaub bedeutet für mich nicht nur eine Zeit zum Abschalten.
Gerade dieses Jahr war es für mich notwendiger denn je, denn es ist grundsätzlich eine Zeit, in der ich auch nachdenke und vieles auch überdenke.
In meinem Bekanntenkreis höre ich immer wieder ein leises aufstöhnen wenn man mich fragt wohin es denn dieses Jahr in den Urlaub geht.
„Schon wieder Amrum? “
„Das kennst du doch alles. “
„Wird es nicht langweilig? “
Nein, es wird überhaupt nicht langweilig – ganz im Gegenteil, denn der Vorteil wenn man seit Jahren immer wieder an den selben Ort fährt, liegt in der Tatsache, dass man den Urlaub ganz anders wahrnimmt als an einen Ort, den man noch gar nicht kennt.
Ist es ein neuer Ort, so will man innerhalb der möglichen Zeit so viel wie es nur geht erkunden.
Ob das eine Erholung ist?
Für mich nicht, denn kennt man einen Ort, so sucht man sich punktuelle Ziele aus und geht völlig entspannter an die Umsetzung, denn man weiß auch was alles dazwischen kommen kann und kann gegebenfalls improvisieren.
So war es eigentlich auch in diesem Sommerurlaub.
Eigentlich, denn wie schon gesagt – Corona hat so manches durcheinander gewürfelt.
Und doch war es ein Urlaub des Altbewährten, denn gerade an der Nordsee ist ein ständiger Wandel in der Natur und Umgebung zu erleben; ein Wandel, der so manches Mal kommen Dinge wieder ans Tageslicht kommen lässt, die seit hunderten von Jahren unter den Dünen lagen.
Bereits im April habe ich im Newsletter von einer neuen Ausgrabung gelesen, und ich konnte mir das Ergebnis vor Ort anschauen.

Das Gleiche gilt für einen meiner Lieblingsorte, dem Steinzeittal wie ich es mittlerweile nenne.
Es liegt unweit der Norddorfer Vogelkoje, und auch dort hat man dank Luftaufnahmen Neues entdeckt.


Nein, Amrum wird nach wie vor nie langweilig, und wer sich nicht für das Alte interessiert sondern mehr die Natur erkunden und erleben möchte, auch für den gibt es so manches, was im Oktober nach meinen Erinnerungen noch nicht da war.
Die Sandbank an der Südspitze zum Beispiel.
Sicherlich, ich kann es mir einbilden, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es im Oktober hier völlig anders aussah.
Ja, dieser stetige Wandel und die damit einhergehenden Neuentdeckungen machen für mich den Reiz aus dieser Insel aus.

Und doch – es gab etwas, das ich mir explizit für diesen Urlaub vorgenommen hatte, und ich bin froh, dass ich die Lembecksburg, den Bericht dazu findet ihr hier, besucht habe.
Ja, über Amrum habe ich schon geschrieben (den ersten und den zweiten Beitrag findet ihr unter der entsprechenden Verknüpfung) und es werden sicherlich noch viele Berichten hinzukommen.
Auch über das für mich Spirituelle hier habe ich schon geschrieben, doch genau das macht diese Insel zu etwas ganz Besonderem für mich, denn Amrum ist für mich sehr spirituell, und das liegt nicht nur an den zahlreichen Hügelgräbern, die man hier findet und die ein Zeichen der frühen Besiedelung sind.

Sicherlich, die Amrumer sehen es vielleicht anders, und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ist es auch der Blick des Touristen bei mir, immerhin bin ich nichts anderes, doch die gesamte frisische Nordseeküste hat eine Ausstrahlung der ich mich nur schwer entziehen kann.
Amrum jedoch ist, neben Helgoland, ein Ort, an dem ich diese Austrahlung am deutlichsten spüre.

Dieses in direkte Worte zu fassen ist nach wie vor sehr schwer für – und deshalb versuche ich es auch gar nicht erst.
Es fängt bereits beim Ankommen am Anleger an, und es zieht sich durch die ganze Zeit, die ich auf der Insel verbringe.
Ja, Amrum ist, egal bei welchem Wetter, für mich geistige und körperliche Erholung pur.

Und daran wird auch dieses Virus nichts ändern.

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