Urlaub 2021 – Tagesausflug nach Föhr

Als ich 2020 die Lembecksburg auf Föhr aufgesucht, den Beitrag dazu könnt ihr HIER nachlesen, hatte, da stand für mich fest, dass mein nächster Tagesausflug die Hügelgräber als Ziel haben würden.

Und so war es auch, allerdings bin ich diesmal nicht mit dem Bus gefahren, denn mit dem Taxi hatte ich eindeutig mehr Zeit.
Und es hat sich gelohnt, auch wenn ich zunächst wirklich nicht wußte was ich nun schreiben sollte.

Die Tatsache, dass in Utersum lediglich drei Hügelgräber sind machen in meinen Augen noch keinen eigenständigen Bericht, also hatte ich schon den Gedanken, meinen Ausflug nach Föhr in meinem Urlaubsbericht einzubauen.

Tja, und dann schaute ich mir die Karte von Föhr mal etwas genauer an.
Ehrlich gesagt – ich tat es nur, weil ich mir, wenn ich schon einmal da war, die Umgebung etwas genauer anschauen wollte, und da ich die Gegend nun absolut nicht kannte, orientiere ich mich halt an der Karte.
Und siehe da – es gab mehrere Hügelgräber, und zwar nicht, wie in Süddorf auf Amrum, an einem Fleck, sondern verteilt auf die ganze Umgebung.

Und damit fing die Sache an so richtig interessant zu werden, denn nun hatte ich ein neues Ziel.
Ich wollte in der mir verbleibenden Zeit auf Föhr so viele Hügelgräber wie nur möglich aufsuchen und anschließend mir an der Kirche in Süderende ein Taxi zu rufen.

So weit der Plan, und hätte ich geahnt, das ich am Ende über 15 Kilometer Fußmarsch und ein schmerzendes Bein hinter mir habe, dann hätte ich es wohl so nicht gemacht.


Aber es hat sich gelohnt.
Unzählige Hügelgräber in verschiedenen Formen säumten meinen Weg, und ich stellte mir in meinen Gedanken vor, wie es hier wohl damals, als diese Bauwerke angelegt wurden, ausgesehen haben mußte.


Wie hatten die Friesen damals gelebt und wo war ihre Siedlung?
Man darf nicht vergessen, dass Inseln Föhr, Amrum und Sylt damals keine Inseln waren.
Die Gebiete waren Teil eines Marschlandes, und erst durch eine schwere Sturmflut wurden diese Geestgebiete vom Festland abgetrennt.

Wo also hatten die damaligen Friesen ihre Siedlungen?
Diese Frage stelle ich mir auf Amrum auch immer wieder, doch während ich hier eine Antwort für mich gefunden habe, so will es mir auf Föhr nicht einfallen.
Vermutlich gab es, wie auf Amrum, mehrere Siedlungen – die Anzahl der Gräber läßt mich das am Wahrscheinlichsten sein.

So ein Fußmarsch ist schon korios, denn auch wenn man die Uhr ständig im Blick hat, meine Fähre legte laut Fahrplan um 16 wieder ab, so hatte ich doch auch immer einen Blick für die Umgebung.
Und im Gegensatz zu Amrum ist die Umgebung auf Föhr eindeutig landwirtschaftlicher gepägt, was aber auch kein Wunder ist, denn schließlich ist Föhr größer als Amrum und hier sind mehr landwirtschaftliche Betriebe ansäßiger als auf Amrum.

Blick von Föhr zur Amrumer Odde

Mein Ziel war nach wie vor die Kirche in Süderende, und ich war froh, dass ich mir dort eine Pause gönnen konnte.
Alte Bauten hatten es mir schon immer angetan, und Kirchen gehören eindeutig dazu.
Und die Kirche in Süderende ist wunderschön.
Ja, das schreibe ich, denn ich habe vor religösen Gebäuden nach wie vor Respekt.
Menschen glauben an etwas, und auch wenn ich diesen Glauben nicht teile, so respektiere ich ihn.

Nach meinem Besuch der Kirche, und einen Blick auf die Uhr, ging ich noch etwas weiter.
Die Kirche hatte ich immer im Blick, denn schließlich wollte ich dorthin das Taxi bestellen, doch ehe ich mich versah stand ich vor einem Bauwerk, welches ich gut kannte.

Meine Beine hatten mich tatsächlich wieder zur Lembecksburg getrieben.
Ich weiß nicht wieso, aber es hat mich hierher gezogen, und es war wie schon im letzten Jahr unbeschreiblich, doch dieses Mal, wo ich mir vorher die Hügelgräber angeschaut und mir so meine Gedanken gemacht hatte, war es noch einmal eine ganze Spur tiefer, denn so allmählich hatte ich ein Gefühl für das Ganze bekommen, und die Vorstellung, das die Menschen damals ähnlichen Glaubten wie ich es heute tue, sorgte bei mir für eine tiefe Ehrfurcht.

Ich kann es nicht leugnen – die Lembecksburg hat auf mich einen Einfluß wie ich ihn so nur selten erlebt habe.


Ironischerweise nutze ich einen falschen Begriff für dieses Bauwerk, denn genau zu der Zeit, als ich wieder einmal dort war, fanden auch archiologische Untersuchungen statt.
Die Arbeiten durfte man zwar verständlicherweise nicht fotografieren, aber die Tafel mit Erklärungen, und bevor ich nun etwas falsch widergebe möchte ich euch diese Tafel samt Informationen nicht vorenthalten.

Ein paar Stunden auf Föhr sind eindeutig zu wenig, denn wie schon bei meinem ersten Besuch, so fuhr auch dieses Mal durch das Dorf Nieblum.
Es soll eines der schönsten Dörfer sein, und es ist mein Ziel für meinen nächsten Ausflug nach Föhr.

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