So langsam nähert sich die Zeit, die für mich neben Beltae und Samhein zu den drei wichtigsten Zeiten im Jahreskreis gehört – die Rauhnächte.
Jahrelang fand diese heilige Zeit nach Weihnachten bei mir an, doch seit ein paar Jahren habe ich mich wieder der für mich ursprünglichen Zeit zugewandt.
Yule beginnt am Tag der Wintersonnenwende, und an diesem Tag beginnen für mich diese zwölf heiligen Nächte.
Es gibt eigentlich feste Rituale, nur in diesem Jahr 2021 ist einfach nichts normal.
Ich merke meinen letzten Urlaub, der im November war, schon lange nicht mehr, und die Arbeit sorgt dafür, dass ich immer wieder hart am Rande der Erschöpfung stehe.
Genau aus diesem Grund werden die Rauhnächte in diesem Jahr so völlig anders ablaufen als es in den letzten Jahren der Fall war.
Es wird übliche Rituale wie die Meditationen geben, aber ich werde auch Neues für mich einführen.
Die Nacht vor der Wintersonnenwende wird eine Nacht des Abschieds werden.
Das Alte wird gehen um Platz für Neues zu machen – darum wird es gehen in dieser Nacht.
Es ist in dieser Art etwas Neues für mich, und Ereignisse in der jüngeren Vergangenheit haben gezeigt, dass es notwendiger denn je ist.
Die Rauhnächte beginnen also mit einem Abschiedsritual in der Nacht zum 21. Dezember.
20. Dezember
Eigentlich wollte ich diese Art eines Tagebuches ja im Menü führen-klappt nur leider nicht.
Also wird dieser Beitrag einfach fortlaufend sein.
Ja, die Arbeit schlaucht, und alleine heute hat alles länger gedauert als üblicherweise. Aber nun sitze ich in der Bahn und freue mich auf das was noch kommt.
Das Abschiedsritual wird so grundsätzlich anders sein als es in den letzten Jahren war, denn ich habe gemerkt, dass es einiges ist was ich loslassen muß.
Ergo – dies wird eine sehr kurze Nacht werden, denn vorher muss der Schrein ja auch noch dekoriert werden.


Zum Glück habe ich schon einiges vorbereitet … ich kenne es ja schon…
21. Dezember
Die erste Nacht
Das Abschiedsritual war heftig letzte Nacht und machte mir deutlich, dass ich einiges hatte.
Jetzt bin ich bereit für das Neue.
Und die Rune für den Januar zeigt mit deutlich den Weg der vor mir liegt.
Es ist Ehwaz.

Ehwaz ist eine Einladung um in Bewegung zu kommen, und vor allem Klarheit in Herzensangelegenheiten zu bringen. Bemühen und fokussiertes Handeln sorgen für einen standhaften Weg.
Ich werde auf die Zeichen achten und meinen Weg beginnen, aber ich werde auch die Kraft haben die Richtung zu ändern wenn es notwendig ist.

22. Dezember
Die zweite Nacht
Es ist merkwürdig, aber die Meditation letzte Nacht hatte eine solche nachhaltige Wirkung wie ich es so selten erlebt habe.
Ich bin kaputt, da mache ich mir nichts vor.
Das diesjährige Weihnachtsgeschäft ist anstrengender als sonst und die teilweise vorhandene Aggressivität der Kunden macht es nicht einfacher, doch all das konnte mich heute nicht aus der Ruhe bringen.
Die Ruhe war in mir, und selbst die sonst so anstrengenden Kunden konnten nichts daran ändern.
Erstaunlich.
Jetzt geht es langsam aber an die Meditation der zweiten Nacht und vorher die Rune für den Februar.
Es ist Perthro, die Rune der Allliebe und des Strebens hin zu Neuem.

Diese Rune steht für eine einleitende Transformation und möchte dazu einladen Hinweise und Widerspiegelungen im Außen für den inneren Lernprozess zu nutzen, denn so wird eine Erneuerung im Leben eintreten.
Der Februar steht also ganz im Zeichen als günstiger Zeitpunkt für das Starten von Vorhaben.
23. Dezember
Die zweite Nacht war genauso wie die erste Nacht, und ich komme immer mehr zur Überzeugung, dass es eine gute Idee war dieses Jahr mit den Runen zu arbeiten.
Die Ruhe, die ich spüre, hält noch immer an, auch wenn meine körperliche Kraft immer mehr schwindet.
Aber das Wochenende, die Feiertage, rücken immer näher, und damit auch die Zeit der Erholung.
Die Rune für diese dritte Nacht, für den März ist Kenaz.

Kenaz ist die Rune für Aktivität, Klarheit, Konzentration und Ernsthaftigkeit.
Sie wird auch mit der Fackel und dem Licht in Verbindung gebracht. Überall dort wo Licht hinfällt, wird der Schatten verdrängt bzw. erhellt. Dadurch können alle Ressourcen und Gaben erkannt werden und es zu einem zwischenmenschlichen Öffnen kommen.
Der März wird also unter anderem der Monat der Erkenntnis sein.
Ich bin gespannt.
24. Dezember
Die dritte Nacht liegt hinter mir und mittlerweile bin ich in meinem Feiertagsquatier angekommen.
Zwei Tage absolute Erholung liegen nun vor mir, und ich kann sie mehr gebrauchen als jemals zuvor.
Bevor ich aber meine Aufmerksamkeit anderweitig vergebe fehlt noch die vierte Rune für den April.
Es ist die Rune Fehu, eine Rune der Erfüllung.

Sie verlangt eine tiefe Erforschung der Bedeutung von Profit und Gewinn und lädt dazu ein auf Konservierung und Erhalt dessen zu achten, was bereits gewonnen ist.
Daher soll man darauf bedacht sein die Dinge gut zu beenden, die beendet werden müssen, um einen Neuanfang zu ermöglichen.
Dabei ist es wichtig aufmerksam und wachsam zu bleiben und das Glück zu teilen, damit auch andere genährt werden.
Der April steht also ganz im Sinne der Achtung und des Wachstums.
25. Dezember
Die Rune für den Monat Mai ist Wunjo.

Sie steht für die Wiederherstellung der harmonischen Verbindung mit sich selbst.
Mit Hilfe dieser Rune kann die Seele von innen durchstrahlt werden, da der notwendige Wandel bereits vollzogen ist. Freude, Glück und Wonne stellen sich ein, wenn man im Fluss des Lebens bleibt.
So kommt die Klarheit ins Leben zurück und Pläne, Zielsetzungen oder Wünsche können zugunsten einer neuen Lebensfluss Einstellung aufgegeben, bzw. verändert werden.
26. Dezember
Die Rune für den Juni ish Sowelu.

Sie verkörpert den Blitz und erinnert an die Gaben und Talente und das alte Wissen der Seele.
Es wird Zeit dies zu aktivieren bzw. zu öffnen. Es geht um das Bewusstwerden des eigentlichen Wesens.
Die Ganzheit und die Aufforderung sich selbst immer besser kennen zu lernen, ermöglicht es, sich von innen her zu begreifen. Diese Rune hilft auch wieder ins Gleichgewicht zu finden und zu zentrieren.
So kommt man in der Mitte an um dort das Gleichgewicht zu halten.
Durch das Halten des Fokus ermöglicht die „Sonnerune“ das Ziel hell erleuchtet zu sehen, und darauf zuzuschreiten.
27. Dezember
Die Rune für den Monat Juli ist Berkano.

Berkano, eine Ahnenrune führt zur Blüte und zur Reife, weswegen sie auch im übertragen Sinne für den Frühling und dessen Eigenschaften steht.
Um dies zu ermöglichen lädt sie ein, mit mit Sorgfalt und Aufmerksamkeit tief in die Dinge einzudringen.
Sie fordert auf die unterdrückten Gefühle freizusetzen.
Mit dieser Einstellung kann Geduld, Bescheidenheit und Großzügigkeit wieder ungehindert fließen.
28. Dezember
Die Rune für den August ist Algiz.

Diese Rune lädt dazu ein den emotionalen Seiten des eigenen Seins zuzuwenden, und trotz erfahrenen Schocks oder Traumatas das Herz für eine neue Richtung zu öffnen.
Neue Gelegenheiten und Herausforderungen werden kommen und unerwünschte Einflüsse dürfen sich verabschieden.
Algiz dient also im Kampf gegen das Ego als Spiegel.
29. Dezember
Die Rune für den September ist Uruz.

Uruz ist die Rune der Kraft, sowie der Beendigung und des Neubeginns. Es ist die Rune des Durchgangs, da es den Tod im inneren zu erfahren gilt.
Um zwischen den Extremen eine Balance herstellen zu können, ist es essenziell auf das Jetzt und die Gunst des Augenblicks zu achten.
Uruz möchte daher wachrütteln und verlangt ein ernsthaftes Nachdenken über die Qualität der eigenen Beziehung zum eigenen höheren Selbst.
30. Dezember
Die Rune für den Monat Oktober ist Gebo.

Die Rune Gebo ruft auf genügend Raum zwischen einander zu lassen.
Freiheit ist das Geschenk, welches sich jeder selbst schenken und einander gewähren darf, da alles seinen Ursprung darin hat.
31. Dezember
Die Rune für den Monat November ist Ansuz.

Ansuz kann die Entfaltung neuen Lebens verheißen, wenn die inneren Weichen auf Empfangen eingestellt sind.
Dieses Empfangen bezieht sich vor allem auf Werte und deren Ausdruck, sowie den eigenen Tiefen, da diese Rune den Drang unbewussten Antrieb mit bewusster Erkenntnis zu vereinbaren, symbolisiert.
Dies ist nur durch Selbsterkenntnis und Selbstakzeptanz möglich, da die eigenen Ressourcen ausgelotet werden.
01. Januar
Die letzte Rauhnacht, und eine Rune, die zum Anschluss passt.
Die Rune für den Dezember ist Hagalaz.
Hagalaz ruft zur Veränderung und Weiterentwicklung auf, da sie wachrütteln will.
Sie fordert auf vertrauensvoll in das Innerste der Seele vorzudringen.
Diese Rune möchte von der materiellen Wirklichkeit und ihren Beengungen befreien, und fordert auf weiterzuwachsen und aus sich selbst heraus zu entwickeln.
2. Januar
Die Rauhnächte sind Vergangenheit, und damit wird es Zeit einen Rückblick zu versuchen, denn schließlich sollte dieses hier eine Art Tagebuch sein.
Nun, wie so oft war die Zeit der Rauhnächte sehr anstrengend für mich. denn das Weihnachtsgeschäft hat mir auch diesmal wieder so einiges abverlangt.
Legt man die Rauhnächte hinzu, so war es eine Zeit voller wenigem Schlaf und sehr viel Kaffee.
Allerdings hat dieser Zustand auch für Neues gesorgt, und dafür wiederum bin ich dankbar.
Ja, die Zeit war anstrengend, und deshalb hatte ich abends, nach Feierabend, beschlossen ersteinmal ein Bad zur Entspannung zu nehmen.
Die beste Entscheidung ever – denn so konnte ich auch absolut entspannt in die Meditation starten.
Nach dem Bad einen Tee, die Rune gelegt und dann, eingehüllt in meine Decke sich der Meditation der Nacht hingeben.
Da ich zuhause ausschließlich in eine Decke gehüllt bin bei den Meditationen fiel es mir dieses Mal auch nicht so schwer, denn durch das Bad kam es mir vor, als wenn der Alltag gar nicht mehr vorhanden war.
Und der Wechsel von Bademantel hin zur Decke war eh fließend.
Die Meditationen waren dieses Mal auch völlig anders als die Jahre zuvor; sie waren wesentlich intensiver und hatten, ich muß es gestehen, fast schon etwas Erotisches.
Das neue Jahr scheint auf jeden Fall interessant zu werden.
Zum ersten Mal hatte ich vor der Meditation eine entsprechende Runenlegung und -deutung gemacht, und auch diese Neuerung hatte sich als goldrichtig erwiesen, denn da mir das Arbeiten mit den Runen eh leichter fällt als mit Tarotkarten konnte ich mit erheblich weniger Balast starten.
Ich weiß nicht, was dieses neue Jahr bringen wird, aber es wird interessant.
Interessant und ein Stück weit auch ein Abenteuer, und selbstverständlich werde ich immer wieder in meine Notizen schauen.
Ich folge der Rune nicht blind, das sollte man eh nie machen, aber ich möchte schauen, in wie weit ich den Weg eventuell verlassen habe.
2022 wird ein Abenteuer der ganz besondern Art, und die Ahnen, da bin ich mir sicher, werden stets an meiner Seite sein.
Heil den Ahnen

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