Selbstliebe = Egoismus in Reinkultur?

Ich mag meine Kollegen, und das meine ich genau so wie ich es hier schreibe, denn in den Unterhaltungen entwickele ich immer wieder Ideen für Beiträge.

So auch in diesem Fall.
Der Beitrag an sich ist schon älter, doch das Thema Selbstliebe ist weiterhin so aktuell, dass ich diesen Beitrag komplett umgeschrieben habe.

Selbstliebe?

EGOISMUS?

Pfui, sowas macht man nicht.

Ja, diese Reaktion zu diesem Thema kommt in der spirituellen Szene immer wieder, denn schließlich ist man ja nur dazu da um die anderen Menschen zu lieben und auf keinen Fall sich selbst.

Und diese Reaktion ist nach meiner Sicht komplett falsch.

Um noch einmal auf meine Kollegen zurück zu kommen – ich habe in einer Unterhaltung das Beispiel der Liste gebracht und dementsprechend begründet.

Auf Platz eins steht man selbst.

Auf Platz zwei die Familie, das soziale Umfeld und, mit einem Schritt, die Arbeit.

Die Arbeit steht mit dem anderen Schritt auf Platz drei und der Rest dieser Liste ist frei zu vergeben.

Die Kollegen schauten mich an, weswegen ich diese Liste erklärte.

Ja, man kann sich komplett zurücknehmen und unterordnen, doch was ist, wenn der Partner plötzlich nicht mehr da ist, egal aus welchen Gründen?

Dann steht man vor einem Scherbenhaufen und sieht nicht mehr weiter.

Das ist normal, auch wenn man sich selbst auf den ersten Platz sieht, doch ist, gemessen an den eigenen Erfahrunngen, der Schock beiweitem nicht so heftig und man weiß, dass man sich selbst die Nummer eins ist und dass es weiter geht.

Ein solcher Platz bedeutet nicht, das man dominant über alles steht, im Gegenteil.
Dieser erste Platz ist einer voller Verantwortung, denn man muß ständig sich selbst beobachten und an sich arbeiten.

Selbstliebe ist also nicht nur negativ, und Selbstliebe sollte nicht nur mental statt finden.

Wer seinen eigenen Körper liebt, der liebt die eigene Seele – und ist beides im Einklang, dann liebt man sich selbst.

Sich den Wünschen anderer Menschen anzupassen mag in einer entsprechenden Situation gut sein, aber sobald man nur noch so lebt fängt man an nicht mehr selbst zu sein.

Diesen Kreislauf zu durchbrechen war noch nie leicht, und in unserer heutigen Gesellschaft, in der für die meisten in erster Linie nur Aussehen und Leistung zählen, ist es schwerer denn je.

Aber es ist wichtig, und es beginnt mit jedem einzelnen.

Oder wann hast du deinen eigenen Körper das letzte Mal bewußt wahrgenommen?
Fange einfach mal damit an und erlebe den ersten Schritt zur gesunden Selbstliebe.

Nehme dich morgens wahr, streichel dich selbst und entdecke Stellen an dir, die dir so vielleicht verborgen geblieben wären.

Es ist nicht nur eine Bereicherung deines Alltags – es ist vor allem eine Bereicherung deines Ichs.

Und wenn du es als solches erkannt hast, dann wirst du erkennen dass es in erster Linie wichtig ist wie es dir geht.

Alles andere muß da auch mal zur Seite treten und es akzeptieren.

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