Utersum, Süderende, Borgsumburg und Nieblum – ein Tagesausflug nach Föhr

Urlaub auf Amrum bedeutet seit 2 Jahren auch immer einen Tag auf Föhr zu verbringen.

Was ursprünglich mit einem Besuch der Lembecksburg begonnen hatte (2020) weitete sich zu einer Erkundungstour der Hügelgräber, der Kirche in Süderende und der Lembecksburg (2021) aus.

Nun, 2022, hatte ich ursprünglich zwei Ziele.
Ein Gräberfeld aus der Wikingerzeit bei Süderende und die Lembecksburg, doch schon im Vorfelde kam noch ein weiterer Punkt hinzu.

In Utersum nahe dem Deich sollte es ebenfalls ein Gräberfeld geben, bei dem von einem Grab sogar der Zugang noch zu sehen war.

In Utersum nahe dem Deich – mehr Informationen hatte ich tatsächlich nicht.

Auf meiner Karte von Föhr war nichts vermerkt, und da ich meine Wanderung im letzten Jahr noch im Kopf hatte, nutzte ich einfach den Umstand der Tatsache, dass meine Ferienunterkunft nah am Hafen war und nahm bereits um 7.10 Uhr die Fähre.

So hatte ich zwei Stunden mehr Zeit auf Föhr als es im letzten Jahr der Fall war und konnte mich in Ruhe auf die Suche machen.

Guter Plan, nicht wahr?
Die Praxis sah nun jedoch ein wenig anders aus.

Die Fähre 7.10 Uhr legte pünktlich ab, und nach einer Stunde war ich auf Föhr.
Von meinem letzten Besuch wußte ich noch, wo ich einen Kaffee bekomme, und während ich dem an Hafen trank, hielt ich ausschau nach einem Taxi.

Grundsätzlich mag ich Häfen, denn hier herrscht immer eine ganz eigene Atmosphäre, doch auf Föhr ist es nochmal etwas ganz besonderes.

Kommt eine Fähre, dann sieht man überall Taxen stehen, doch sobald die Fähren weg sind, sind auch die Taxen verschwunden.

Zum Glück hatte ich vom letzten Jahr noch die Visitenkarte und konnte mir dann eines bestellen – was ungefähr eine halbe Stunde dauerte.

Zeit, die ich nutzen konnte, denn da der Himmel bedeckt war, konnte ich das Wetter komplett genießen.

Tatsächlich ist es bekannterweise so, dass ich mich bei bewölktem Himmel wohler fühle als bei einem, von dem ununterbrochen die Sonne scheint.

Klar, ich mag es gerne, wenn die Sonne scheint, doch ständig?
Nein, dann fehlt mir irgendwann die Kraft.

Für meinen Aufenthalt auf Föhr hatte ich also das beste Wetter – Wolken, Wind und hin und wieder Nieselregen.

Und einen Taxifahrer, der genau wußte wo ich hin wollte.

Bereits auf der Fähre hatte ich mir einen Ausgangspunkt ausgesucht und diesen auf der Karte markiert.

Und erstaunlicherweise damit fast ins Schwarze getroffen wie sich herausstellte, denn der Fahrer wußte nicht nur was ich meinte – er hat mich sogar für mein Gespür beglückwünscht, denn ich hatte nur noch ein paar Meter zu gehen um das Grab zu sehen.

Wobei – sehen war eigentlich zuviel versprochen, denn eigentlich sieht man rein gar nichts.

Tatsache ist, dass sich das Gräberfeld auf Privatbesitz befindet und eine Tafel auf dem öffentlichen Weg sucht man vergebens.

Aber – es gibt eine.

Direkt davor, und auch hier kam mir mein Gespür erneut zur Hilfe, denn eher zufällig sah ich einen Trampelpfad, der hinabführte und vor einem, herabgetretenen, Drahtzaun endete.

Von dort aus waren es nur noch ein paar Schritte bis zu meinem ersten Ziel – der Megalithanlage Sunberig.

Es ist schon erstaunlich, was diese Anlage alles er- und überlebt hat, denn ganz in der Nähe gab es bei der Hamburgflut 1962 einen Deichbruch.

Das Areal ist unspektakulär, doch das tut dem Ganzen keinen Abruch, denn es sind Ahnen, die hier bestattet wurden, und das macht es dann schon wieder zu einem besonderem Fleck.

Ich blieb noch einen Augenblick und genoß die Atmosphäre hier, doch dann zog es mich weiter zu meinem zweiten Etappenziel nach Süderende.

Süderende auf Föhr ist fast schon sowas wie ein Phänomen, denn bevor es das Dorf gab hatte man hier, mitten im Nichts, eine Kirche gebaut.

Lange konnte man sich das nicht erklären, bis man irgendwann zu dem Schluß kam, dass der Grund der Kirche das Areal Monklembergem ist

Dieses schien bei der damaligen Bevölkerung eine Art Heiligtum gewesen zu sein, und damit wäre auch die Kirche erklärt, denn Vertreter der christlichen Mhytologie hatten ihre Glaubenshäuser ja gerne auf Heilige Plätze anderer gebaut.

Aus den Augen aus dem Sinn gewissermaßen, doch dieses Thema werde ich etwas später noch ausführlicher begutachten.

Bereits bei meinem Besuch im letzten Jahr hatte ich dieses Areal gesucht, doch leider nicht gefunden.

Verwunderlich ist es nicht, denn wie schon zuvor bei dem Grab in Utersum, so findet man auch hier eine Hinweistafel erst dann, wenn man direkt davor steht.

Und nun, wo hier stand, konnte ich förmlich spüren das von diesem Platz etwas ausging, und ich bin geneigt die These eines Heiligtums zu folgen, denn egal was es war – es war auf jedenfall sehr kräftig.

Es ist bei dir eine Tradition, dass ich bei Besuchen solcher Stätten den Ahnen ein Geschenk mitbringe, und aus diesem Grund hatte ich vor geraumer Zeit einen Arbeitskollegen gebeten einen Kristall für mich zu zerkleiner.

Dieser Kristall hatte mich jahrelang bei Ahnenmeditationen begleitet; er war also schon lange dementsprechend geweiht.

Warum ich das erzähle?

Nun, ganz einfach. Teile des Kristalls habe ich sowohl in Utersum als auch in Süderende als Geschenk hinterlassen und dabei jedesmal einen Weih- und Dankesspruch gegeben.

Ich hatte mich lange in Süderende aufgehalten, doch dann ging mein Weg weiter so sogenannten Lembecksburg.

Ja, sogenannt, denn mittlerweile weiß man, dass der Namensgeber, Lembeck, nie auf Föhr war.

In Fachkreisen sagt man deswegen mittlerweile auch Borgsumburg; ich werde in Zukunft also auch diesen Namen verwenden.

Bereits im letzten Jahr konnte ich sehen, dass es hier Ausgrabungen gab, und das war auch in diesem Jahr der Fall.

Tatsächlich hat man Neues zu Tage fördern können, doch vieles ist nach wie vor im Dunkeln der Zeit verborgen.

Fakt ist, Stand 2022, das hier vermutlich Menschen gelebt haben.
Man hat Tierknochen, Feuerstellen und die Überreste von Behausungen gefunden.

Was ich mich jedoch frage – was befindet sich noch tiefer im Erdreich?
Tatsache ist, das der Ringwall auf Sylt vermutlich ein Heiligtum war, und die Öffnung nach Norden in der Borgsumburg kann man sich so richtig auch nicht erklären.

Es sind also noch viele Fragen offen, und letztlich ist es egal was es früher einmal war, denn im Grunde kommt es darauf an, was WIR empfinden wenn wir ein solches Areal betreten.

In meinem Fall war es tiefe Ehrfrucht.

Ich stand auf einem Gebiet, das nach jetztigem Wissensstand im 8. Jahrhundert der neuen Zeitrechnung erbaut wurde.

Es wurde von den Ahnen erbaut und es ist immer noch da.
Ich glaube, sowas kann der moderne Mensch nicht von sich behaupten.
Tja, unsere Vorfahren waren ja so primitiv.

Primitiv, das ist ein gutes Stichwort zum letzten Abschnitt meines Ausfluges.

Ich hatte noch ganz viel Zeit, und dank GoogleMaps wußte ich, das der Weg von der Borgsumburg nach Nieblum in nicht einmal einer Stunde zu schaffen war.

Also aufgemacht, die Landschaft genossen und schließlich, in der tatsächlich angegeben Zeit, das kleine Dorf erreicht.

Mein eigentliches Ziel war die Kirche, denn zeigt sich noch heute die Ignoranz der christlichen Mhytologie ganz deutlich.

Umgeben von einem sogenanten Friesenwall, eine Umrandung aus Feldsteinen und Grassoden, steht der Friesendom, wie die Kirche auch genannt wird, auf einem Friedhof.

Erbaut wurde sie vermutlich zu Beginn des 13. Jahrhunderts, und das Bauwerk ist durchaus bemerkenswert.

Das betrifft auch das Innere der Kirche, doch eine Sache störte mich gewaltig.
Überall konnte man lesen wann die Kirche erbaut wurde, welche Änderungen es gab etc, doch was sich vorher an dieser Stelle befunden haben soll, das wird mit keiner Silbe erwähnt.

Tatsächlich soll sich genau an dieser Stelle ein Heiliger Platz der Friesen befunden haben.

Es ist konsequent, dass man genau an solchen Orten eine Kirche errichtet, denn so macht man es sich relativ einfach.

Du hast bisher hier gebetet, dann mach es auch in Zukunft – nur zu unserem Gott und zu unseren Bedingungen.
Ähnlich soll es auch in Keitum auf Sylt und auf Pellworm gewesen sein, doch hier auf Föhr kriegt das Ganze einen sehr faden Beigeschmack, denn diese Kirche hier in Nieblum nennt man tatsächlich Friesendom.

Makaberer geht es eigentlich nicht.

Und genau deswegen habe ich auch hier einen Teil des Kristalles hinterlassen.

Ich habe ihn an der Kirche im Boden versenkt und meine Gedanken den Ahnen gewidmet mit der Bitte sich diesen Platz irgendwann wieder zu holen.

Tja, und damit endete auch mein Ausflug nach Föhr.

Von Nieblum aus fuhr ich mit dem Taxi zurück zum Hafen, gönnte mir noch einen Besuch in einer Buchhandlung und einen Kaffee bevor das Schiff kam.

Ja, Föhr ist einen Ausflug wert, aber ich muß gestehen, dass es mir dort einfach zu hektisch ist.

Abseits der Dörfer ist es ruhig, und wenn man am Deich steht und die Gedanken schweifen lässt, dann ist es einfach nur traumhaft, doch in den Dörfern selbst ist es mir persönlich einfach zu laut.

Da liebe ich schon die Ruhe auf Amrum.

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