Urlaub 2022 – Im Herzen von Nebel

Herbst auf Amrum, das ist immer ein ganz besonderer Urlaub für mich.
Ja, Amrum ist immer eine Reise wert, doch im Herbst hat diese Insel einen ganz besonderen Charme für mich.
Alles wird noch langsamer und die Entschleunigung nimmt volle Fahrt auf.
So zumindest kommt es mir vor.
Wenn man abends spazieren geht, dann bekommt der Begriff Ruhe eine völlig neue Bedeutung, denn das Leben, was sich im Sommer logischerweise draußen abspielte, hat sich in die Häuser verzogen.

Das Zentrum von Nebel

Aber die Menschen generell sind ruhiger und entspannter.
Man grüßt sich, auch wenn man sich nicht kennt, und ein kleine Unterhaltung im Restaurant, während man auf das Essen wartet, ist das normalste der Welt.

Ja, ich liebe es im Herbst eine Woche auf Amrum zu sein, denn egal wieviel Streß ich habe – in dem Augenblick, in dem ich auf der Fähre bin, ist davon nichts mehr zu spüren.

MS Nordfriesland der Reederei W.D.R
Blick auf Wittdün

Und Streß hatte ich vor dem Urlaub genug.
Blöderweise merkt man immer erst ziemlich spät, dass man Erholung und Abstand braucht.

Ja, Erholung war bei mir notwendig, und zum ersten Mal habe ich während des Urlaubs einen sehr großen Bogen um Nachrichten gemacht.
Ich wollte einfach nicht wissen wie es gerade in der Welt aussieht.
Es war mir absolut egal!

Amrum im Herbst, das bedeutet Strandspaziergang im Wind, gemütlichen Tee in der Unterkunft und gelegentlich einen Besuch in der Sauna.
Wellness pur halt – und dabei wirklich den Alltag auf dem Festland lassen.

Ich bin ein Mensch des Nordens, und hier fühle ich mich einfach am wohlsten.
Hier habe ich meine Wurzeln; hier habe ich gelernt auf das zu achten was mir die Natur sagen möchte.
Wenn man einmal die tiefhängenden Wolken betrachtet und dabei seine Gedanken mit diesen Riesen am Himmel auf Reisen schickt, dann weiß man was ich meine – grenzenlose Freiheit.

Sowas habe ich in dieser tiefen Art und Weise tatsächlich nur hier erlebt.
Ich bin eins mit mir, mit der Natur und mit den Ahnen.

Dieses EinsSein spürte ich deutlich am ersten Abend, denn der Vollmond beherrschte alles.

Abends noch ein Spaziergang und, am Watt, ein kleines, recht spontanes, Vollmondritual abgehalten – besser kann ein Urlaub im Grunde genommen nicht beginnen.

Was mich ein wenig genervt hat, das war die Erkältung.
Schon in Hamburg spürte ich sie immer wieder, doch durch den ganzen Streß kam sie nie so richtig durch.
Nun, wo die Erholung beginnt, wo der Streß abfällt, da konnte ich mich nicht mehr dagegen wehren.

Randbemerkung: Die Tests, die ich sowohl in Hamburg als auch hier auf Amrum regelmäßig gemacht habe, waren alle negativ.
Eigentlich ist es schon traurig, dass ich dieses so explezit erwähnen muß, doch die Gesellschaft reagiert bei einfachem Schnupfen, nicht anderes ist es bei mir, fast schon panisch.
Auf jeden Fall hatte ich dank eines alten Hausmittels das Schlimmste in den Griff bekommen.
Starker Tee mit Rum wirkt tatsächlich.

Der Urlaub, meine Unterkunft war wieder einmal in Nebel, hatte aber noch ein anderes Motto – kümmere dich um dich selbst.
Einfach komplett auf mich selbst hören, das habe ich diese eine Woche getan.
Im Alltag tut man es viel zu wenig, da muß man es zumindest im Urlaub tun.
Dabei ist es egal, ob beim Spazierengehen oder abends in der Sauna.
Es ist egal, ob abends auf der Couch oder beim Essen.
Tue das, was dir gut tut.

Vielleicht, und das ist meine Hoffnung, nehme ich ja wie schon im Sommer zumindest einen Teil dieser Einstellung mit in den Alltag.
Nun, die Tatsache, dass ich im November noch zwei Wochen Urlaub habe, spricht dafür.

Amrum zeigte sich tatsächlich von seiner herbstlichen Seite, und das sorgte dafür, dass ich mich tatsächlich auf mich selbst konzentrieren konnte.
Das Wechselspiel der Farben im Herbst sorgte dafür, dass diese Konzentration vollständig wurde in mir.

Ja, Kaffee habe ich getrunken, doch der Tee trat nun tatsächlich immer mehr in den Vordergrund und sorgte für eine zusätzliche mentale Entspannung bei mir.
Alles in allem war diese eine Woche genau das Richtige für mich.
Raus aus dem Alltag, raus aus dem Hamsterrad des täglichen Wahnsinns.

Das es in dieser einen Woche im Grunde genommen so gut wie gar nicht geregnet hatte war einer der Gründe, der mich auf lange Spaziergänge geschickt hatte.
Jeden Tag unterwegs, fast 100 Kilometer, immer wieder von kleine Pausen unterbrochen.
Abends dann zum Essen entweder ins Torhaus, in die Seekiste oder ins Preester Hüs und dann, viel später, noch die Sauna in der Unterkunft genossen.

Urlaub für die Seele, anders kann man es wirklich nicht nennen, und so sollte der Urlaub eigentlich immer sein.
Dieses Jahr war er es absolut, und diese eine Woche hier auf Amrum war der krönende Abschluß.

Mein Kopf war frei und ich konnte tatsächlich neue Projekte skizzieren während ich in aller Ruhe durch die Natur streifte.
In der Natur völlig aufgehen, sie spüren und genießen – das gelingt mir so konsequent tatsächlich nur hier auf Amrum.

Amrum, wie werde ich dich vermissen.
Amrum, wie sehr gibst du mir Kraft.
Amrum, wir werden uns wiedersehen – im März 2023.

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