Amrum im Oktober 2023 – Einfach sich selbst sein lassen

Herbsturlaub 2023 auf Amrum.

Man könnte auch sagen, dass es der erste Teil meines Herbsturlaubes ist, denn die zwei Wochen im November stehen noch an.

Doch das ist Zukunft; was zählt ist die Gegenwart.

Die Gegenwart, welche bekanntlich geprägt ist von der Vergangenheit.

Und die wiederum, genauer die letzten Wochen seit dem Sommerurlaub, war extrem.

Ja, ich spürte die ganze Zeit die Entspannung des diesjährigen Sommerurlaubs, sofern man wettermäßig überhaupt davon reden konnte, doch die Aufgaben des Alltags waren sehr herausfordernd.

Umso glücklicher war ich, als ich endlich wieder auf dieser Insel war, und wie schon so oft setzte die Entspannung in dem Augenblick endgültig ein als ich den Boden von Amrum betrat.

Schon während der Fahrt war ich die Ruhe selbst, denn je weiter ich mich von Hamburg entfernte desto mehr ließ ich den Alltag hinter mir.

Habe ich mir etwas vorgenommen für die Woche?

Ja, mich erholen.

Tatsächlich hatte ich, wie immer, keinen Plan für den Urlaub.

Einfach den Urlaub erleben.

Einfach die Zeit genießen.

Einfach abschalten – mehr hatte ich mir nicht vorgenommen.

Den Tag der Anreise ließ ich deshalb auch einfach passieren.

Essen in der Seekiste, anschließend auspacken und dann mit Tee und einem Buch auf der Couch den Abend verbringen.

Herbsturlaub auf Amrum.

Erneute absolute Entspannung.

Erneute absolute Erholung.

Natürlich fanden in dieser einen Woche, die ich auf Amrum war, die restlichen Aufnahmen für das Video statt, doch das passierte eher am Rande, denn unterwegs war ich ja eh.

Amrum im Herbst, das ist auch Gemütlichkeit pur.

Die Dunkelheit übernimmt immer mehr Zeit des Tages und damit verlagern sich immer weiter die Aktivitäten in Innere.

Umso ruhiger wird es, und damit Platz genug für meine persönliche geistige Freiheit.

Das Wetter, auch immer wieder gerne ein Thema, spielte dabei auch mit, denn nun war es auch richtig herbstlich.

Die Vorhersagen versprachen alles, was zum Herbst gehört.

Regen, Sonne und Sturm.

Boen bis zu 100 km/h – das war die Vorhersage für den Freitag und ich muß nicht wirklich erwähnen, dass ich mich darauf freute.

Nicht, weil ich zu jenen Menschen gehöre, die sich an den entsprechenden Bildern ergötzen.

Nein, mein Respekt vor der Natur und ihrer Macht ist dafür viel zu groß.

Meine Freude beruhte einzig und allein auf der Tatsache, dass ich diese Macht spüren durfte.

Es sich bei einem solchen Sturm vor dem Kamin gemütlich machen – was kann es im Herbst schöneres geben.



Tatsächlich sorgte eben dieser Sturm für so manche Probleme, denn durch das extreme Niedrigwasser hatte sich der Fahrplan der Fähre ganz erhbelich verändert; teilweise fielen sogar Verbindungen komplett aus.

Was für ein Glück, das meine Abreise erst für den Sonntag geplant war, denn so konnte ich den Sturm entspannt genießen.

Ja, auch ich habe mir am Freitag ein Bild vom Strand gemacht, und ich war überrascht, wie viele Menschen den Augenblick genutzt hatten um so weit es ging ins Watt zu gehen.


Innerlich hatte ich nur mit dem Kopf geschüttelt, denn auf eine solch selten dämmliche Idee wäre ich nicht gekommen.

Der Wind hatte an Stärke zugelegt – und die Menschen haben nichts besseres zu tun und riskieren ihre Gesundheit.

Übertreibe ich?

Vermutlich, doch ungefährlich ist sowas nicht, denn schließlich reicht eine Böe um einen von den Füßen zu reißen und ins Wasser stürzen zu lassen.

Wenn man sich sowas schon anschauen möchte, dann soll man gefälligst einen Abstand halten.


Allerdings hatte ich die Sturmtage auch für Kultur genutzt.
Wenn es sich anbietet, dann bin ich einer Kunstausstellung nicht abgeneigt – im Gegenteil.


Und der Titel „Vergessene Moderne – Hans Jaenisch auf Amrum“ hatte mich schon am Tag meiner Ankunft neugierig werden lassen.


Der Name Hans Jaenisch sagte mir ehrlich gesagt nichts, und nachdem ich einen Abend mal genutzt und mich ein wenig über diesen Künstler informiert hatte, freute ich mich noch mehr auf die Ausstellung.

Die Ausstellung war herrich, und auch wenn sie bereits am 31.10.2023 endet, so hoffe ich sehr, dass es diese Bilder noch lange auf Amrum zu sehen sein werden.

Tja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, denn die Realität sieht leider so aus, dass es auf Amrum zur Zeit keine Einrichtung für eine solche dauerhafte Ausstellung.

Ich finde es bedauerlich, denn eine Insel wie Amrum sollte die Künstler, die hier leben und hier gelebt haben, besser achten.

Ich mache jetzt hier einfach mal ein Faß auf und schlage vor, dass man das Haus des Gastes in Nebel doch genau hierfür geeignet wäre.

Voraussetzung wäre hier natürlich, dass man dieses Gebäude sanieren und stehen lassen würde.

Fazit – dieser Urlaub, diese eine Woche, hat dafür gesorgt, dass ich wieder in meine eigene Mitte fand.


Der nächste Urlaub hier wird noch auf sich warten lassen, denn ich werde erst im Sommer 2024 wieder hier sein, doch ich glaube in dieser Woche einen Weg gefunden zu haben um den Halt in dieser inneren Mitte, meiner Ruhe, auch in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten nicht aus den Augen zu verlieren.

Und damit verabschiede ich mich von Amrum, dieser wundervollen Insel.

Mit dem letzten Gruß des Leuchtturmes und der Gewissheit, dass ich im August 2024 wieder hier sein werde.

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