Es ist schon spannend zu sehen, in welcher Realität manche Menschen leben.
Grundsätzlich ist es mit ja egal, aber wenn diese Menschen führende Mitglieder einer Partei sind, dann kann sowas mitunter sehr lustig werden, denn es zeigt, dass eben siehe Menschen ein völlig fremdes Bild einer Gesellschaft haben.
So wie die Führungsgruppe der CDU es jüngst deutlich bewiesen hat.
Zwei Jahre nach der verlorenen Bundestagswahl hat sich eben diese Partei ein neues Grundsatzprogramm gegeben, und es finden sich Passagen darunter, denen ich durchaus zustimmen kann.
Allerdings gibt es auch Passagen, die eben dieses oben genannte fremde Weltbild herrich verdeutlichen, denn die CDU hat sich ganz offensichtlich den Schutz einer Minderheit in diesem Land auf die Fahne geschrieben.
Tatsächlich, so die Meldung unter anderem im Deutschlandfunk (DLF), hat die CDU in diesem Grundsatzprogramm das „Bekenntnis zum „C“ und zur Leitkultur“.
Es steht einiges drin, und wie gesagt könnte ich dem wirklich zustimmen, doch ein Punkt, der treibt mir die Sorgenfalten auf die Stirn, so steht es in der Meldung des DLF
„Deutschland als „christlich geprägtes Land“
Ausdrücklich betont der Entwurf, dass Deutschland „ein christlich geprägtes Land“ sei. Die CDU bekennt sich damit also stärker zum „C“ im Parteinamen. Kirchen und Gemeinden seien wichtige Partner bei der Gestaltung des Gemeinwesens und nähmen „eine wichtige Rolle in der öffentlichen Daseinsvorsorge“ ein. Sie seien „gesellschaftspolitische Stabilitätsanker, die Menschen Orientierung geben, Sinn stiften und Seelsorge betreiben“. Christliche Symbole müssten im öffentlichen Raum sichtbar bleiben“
Soweit dieser Abschnitt der Meldung.
Ja, Deutschland ist christlich geprägt; das lässt sich nicht leugnen.
Tatsache ist aber auch, das laut der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland zum 31.12.2022 nur noch 40.037.580 Personen Mitglieder einer der beiden christlichen Kirchen sind.
Gemessen an der Gesamtbevölkerung sind das 47,45%.
Zahlen am Rande: Christlich Orthodoxe 2%, Konfessionsgebunde Muslime 4%, andere Religionszugehörigkeit 2%
Schaut man sich diese Zahlen, hier geht es zur genannten Quelle, einmal an, dann ist der Trend eindeutig – die christliche Prägung in Deutschland wird durch das Grundsatzprogramm der CDU künstlich am Leben erhalten und hat mit der Realität so gar nichts mehr zur tun.
Ja, addiert man die Zahlen, dann ist das Christliche nach wie vor in der Mehrheit, doch es ist nur eine Frage der Zeit bis sich das revidiert hat.
Und dann?
Was passiert, wenn die christlichen Kirchen insgesamt weniger als die Hälfte der Bundesbürger als Mitglieder haben?
Reden wir dann auch aktiv von Minderheiten und hören politisch solche Sätzen wie sie von der CDU kommen in Zukunft weniger?
Ich glaube ehrlich gesagt nicht; ich glaube eher, dass es dann verbal noch schlimmer wird.
Interessant ist, das in der Statistik die Muslime 4% ausmachen, die Zahl der Anhänger des jüdischen Glaubens jedoch gar nicht erwähnt werden.
Die CDU, und mit ihr alle konservativen Gruppierungen, warnen ja immer vor einer Islamisierung des Landes.
Nun ja, bei 4% sehe ich dieses Land davon noch sehr weit entfernt.
Übrigens betrifft das leider auch die Repaganisierung, doch die Religions- und Glaubensfreiheit ist zum Glück ein hohes Gut hierzulande.
Ja, es gibt eine christliche Tradition in diesem Land; eine Tradition, die sich in den letzten über 1500 Jahren entwickelt hat.
Diese Tradition ist auch ein Grund, weshalb es in Bayern den sogenannten Kreuzerlaß gibt; ein Erlaß, das nun nach dem Bundesverwaltungsgericht Bestand hat.
Machen wir uns nichts vor, die Gründe der Bayrischen Staatskanzlei sind nur vorgeschoben, denn wenn es ein Land gibt, das den christlichen Glauben politisch hervorhebt, dann ist es Bayern.
Tradition?
WIe sieht die denn aus?
Laut der christlichen Tradition katholischer Auslebung ist der Pabst unfehlbar, hat die christliche Kirche die Hohheit über den Glauben und kann letztlich machen was sie will.
Das ist eine Tradition in Bayern und nach der CDU auch eine Tradition in Deutschland?
Nein danke, darauf kann ich liebend gerne verzichten.
Allerdings gibt es zum Glück auch eine andere Tradition, und die ist älter.
Viel älter sogar.
Und wir sind immer noch da.

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