Kirchenaustritt

Selten habe ich mich so dermaßen geirrt wie in einem Datum.
Dachte ich immer, dass ich mit 18 aus der Kirche ausgetreten bin, so habe ich kurz vor meinem Sommerurlaub festgestellt, dass ich mich um ein Jahr vertan habe.

Es war nicht 1992 – es war 1993, als ich aus der Kirche austrat und so den ersten Schritt in die geistige Freiheit tat.

Tatsächlich kam es mir so vor, denn schon während der Konfermationszeit hatte ich das Gefühl, dass das alles nicht so wirklich meine Welt ist und es viel, wenn ich mich richtig erinnere, sogar ein paar Mal das Wort Gehirnwäsche.

Nun, soweit würde ich heute nicht gehen, aber damals kam es mir tatsächlich zum Teil so vor; und das betraf hauptsächlich den Teil, in dem es um die angeblichen Fortschritte einer Gesellschaft durch den christlichen Glauben ging.

Die Beispiele, die dort genannt wurden, waren wirklich fast schon zynisch, denn die sogenannten Fortschritte kamen mir damals schon als absoluter Rückschritt vor, und deswegen war ein Austritt lediglich ein konsequenter Schritt.

Bereut habe ich diesen Schritt nie, und im Laufe der Jahre kam der finanzielle Aspekt hinzu.
Ich hatte es schon mal erwähnt, dass ich ein Problem damit habe wenn man für seinen Glauben zur Kasse gebeten wird.
Wenn man zahlt, dann sollte es freiwillig geschehen.

Glaube sollte niemals etwas mit Zwang zu tun haben, und die christliche Mythologie ist leider voll von Zwängen bis hin zu den monatlichen Zahlungen, die einem prozentual vom Gehalt abgezogen werden.

Und es kommt noch dicker, denn wenn man verheiratet ist und der Partner ist nicht Mitglied der Kirche, dann zahlt man dennoch für den Partner mit.

Was für eine Frechheit ist das denn bitte?

Nein, dieses System gehört eindeutig überarbeitet, doch ich sehe auf politischer Ebene niemanden, der sich daran verbrennen möchte.

Überall arbeitet die aktuelle Bundesregierung daran, dass man der Kultur in anderen Ländern wieder die nötigen Raum gibt, doch hier bei uns herrscht ein völlig anderes Klima.

Bekennt man sich zum alten Glauben, dann wird man schief angeschaut und, wenn es so richtig schief läuft, in die Schublade mit der Bezeichnung NAZI gepackt.

Das kann so nicht weiter gehen, gerade hinsichtlich der zahlreichen Kirchenaustritte.

Nicht, dass jetzt alle, die der christlichen Kirche den Rücken kehren, an die Götter glauben; das wäre übertrieben und würde dann auch den Begriff Modeerscheinung zu 100% treffen.

Der alte Glaube ist aber keine Modeerscheinung.

Der alte Glaube war nie weg.

Egal in welcher Form man ihn lebt – er ist da.

Er ist da, er war da und er wird auch immer bleiben.

Der machtpolitische Einfluß der christlichen Kirche ist trotz sinkender Mitgliedszahlen in Deutschland nach wie vor vorhanden, doch mit welcher Begründung, wenn die Mitgliederzahlen, schon jetzt ist die Mehrheit der Bundesbürger nicht mehr Mitglied in einer der beiden christlichen Kirchen, weiter sinken?

Diese Frage muß sich die Kirche stellen und mit ihr auch die Politik.

Ein ständiges Schlechtreden des alten Glaubens kann nicht das Ziel sein.

Wir sind keine „esoterischen Spinner“, keine „Reichsbürger“ und erst recht niemand, der anderen Völkern und Glaubensrichtungen das Existenzrecht in irgendeiner Art und Weise das abspricht.

Wer sich mit dem alten Glauben ernsthaft auseinander setzt, der wird feststellen, dass hier das gelebt wird was die Menschlichkeit ausmacht – ein Miteinander.

Ein Miteinander, das in einer Gesellschaft wie der unserer schon lange fehlt.

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