Das wir in einer christlich geprägten Gesellschaft leben, das ist nun wahrlich kein Geheimnis mehr.
Es reicht ein Blick in den Kalender um sich darüber bewußt zu werden, und auch im Radio, ich höre es gerade in diesem Augenblick, hat diese Prägung einen Stellenwert, denn schließlich gibt es in jedem Sender eine Zeit, in der Vertreter des christlichen Glaubens über eben diesen Glauben reden.
Ich möchte nicht falsch verstanden wissen, denn ich höre gerne diese Sendungen; sie zeigen mir schließlich, wie andere ihren eigenen, in diesem Fall halt den christlichen Glauben sehen.
Was ich nicht mag ist die Dominanz bei der ganzen Sache, denn auch wenn die Beiträge im Radio sehr liberal sind, so stehen sie dennoch für die Dominanz der monotheistischen Glaubensrichtungen.
Und diese Dominanz macht sich auch in Teilen der Politik immer mehr bemerkbar; so zum Beispiel wenn der Ministerpräsident des Freistaates Bayern in Vatikan sagt, dass man, so eine Meldung vom Deutschlandfunk „gegen eine komplette Trennung von Staat und Kirche“ sei.
Also, ich bin kein Rechtsexperte, aber für mich hört sich das so an, als würde Herr Söder einem Grundsatz des Grundgesetztes widersprechen, denn dort heißt es doch im Artikel 4
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
Das bedeutet, das der Gesetzgeber neben der individuellen Religionsfreiheit auch das sogenannte Grundrecht zum Schutzder kollektiven Glaubensausübung zu wahren hat – und hier gilt es nicht explezit für EINEN Glauben.
Artikel 4 des Grundgesetztes schützt das Zusammenschließen mehrerer Gläubiger zu einer Glaubensgemeinschaft, wobei es sich hier um eine organisierte Verbindung, die der umfassenden Förderung eines Glaubens dient, handelt.
Gleichzeitig ist es nach Auffassung verschiedener Rechtsexperten nicht notwendig, dass sich die Verbindung in einer bestimmten Rechtsform organisiert.
Hier gilt aber, dass eine Glaubensgemeinschaft nicht der sogenannten punktuellen Glaubenspflege dienen soll.
Allerdings, und das sieht das Kirchenrecht, welches in solchen Fragen greift, vor, organisieren und verwalten sich die Religionsgemeinschaften eigenverantwortlich; lediglich die Bekenntnis zur gesellschaftlichen Grundordung muß gewährleistet werden.
Tja, folgt man diesem Text, dann ist es gar nicht mals so unwahrscheinlich wenn es irgendwann einen paganen Glauben gibt, der staatlich anerkannt ist.
Die Zukunft wird es zeigen, doch die Dominanz der Buchreligionen ist, auch wenn die Politik in Gestalt von Herrn Söder immer wieder gegensteuert, nicht mehr so stark wie es manche vielleicht haben möchten.
Die Zahlen der Austritte sprechen da eine sehr deutliche Sprache.
Dominanz der Religionen

Also Herr Söder sagt ja auch gerne diejenigen Dinge, von denen er glaubt, dass sie in Umfragen gut ankommen und ihn weiterhin im Gespräch halten.
Insgesamt kann man in Deutschland ja eigentlich schon die Religion haben, die man haben möchte, oder auch keine Religion.
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