Die staatlichen Zahlungen an die christlichen Kirchen

Jan und Alex, die beiden vom Thingcast, hatten es in einer ihrer letzten Folge gebracht – vieles, was scheinbar die Kirchen finanzieren, finanziert in Wirklichkeit der Staat mit den Steuermitteln.

Aber warum ist das so, wo in Deutschland doch Staat und Kirche im Grunde getrennt sind?

Dieser Staatsleistungen gehen auf das Jahr 1803 zurück.
Damals wurden zahlreiche Kirchengüter auf der rechten Rheinseite enteignet und verstaatlicht; sehr zum Nutzen übrigens der deutschen Fürsten, die durch diese Enteignungen für Gebietsverluste auf der linken Rheinseite, welche sie an Frankreich abtreten mußten, entschädigt wurden.

So weit so gut, doch die Fürsten verpflichteten sich nun den Kirchen regelmäßige Unterhaltszahlungen zu leisten durch Geld oder allgemeine Sachmittel.

Gut könnte man nun denken, doch nichts da, denn es geht noch weiter, denn in manchen Fällen sahen diese Staatsleistungen, man spricht hier von sogenannten altrechtlichen Staatsleistungen, auch die Übernahme der Besoldung von Bischöfen, Domherren und Zuschüssen zu Pfarrergehältern vor.

Richtig gelesen.

Auch wenn du nicht Mitglied der christlichen Kirche bist, so zahlst du doch allein durch deine Steuern regelmäßg an diese Glaubensrichtung.

Im Jahr sind das geschätzt 600 Millionen Euro, was mich zu der Frage bringt wieviel die Grundstücke damals , 1803, eigentlich wirklich wert waren.

Ist die Schuld, sofern man davon heute überhaupt reden kann, nicht schon lange beglichen?

Tatsächlich haben die deutschen Länder diese Staatsleistung übernommen, und erst seit der Weimarer Republik gab es Überlegungen dies zu ändern.

Warum aber gibt es diese Zahlungen heute noch?

Ganz einfach – weil es Zahlungen der Länder sind.

Jedes Land, Bundesland also, zahlt im Jahr mehrer hundert Millionen Euro an die Kirchen.
Zwar hat die gegenwärtige Regierung das Ende dieser Zahlungen im Koalitionsvertrag stehen, doch die Länder müssen dem Zustimmen – und genau da liegt das Problem, denn mittlerweile sind Politik und Kirche so eng miteinander verbunden, schöne Grüße an Bayern an dieser Stelle, dass die Länder es zum Teil gar nicht wollen.

Außerdem müßten sie eine sogenannte Einmalzahlung leisten, und das Geld haben die Länder schlicht und ergreifend nicht.

Hinzu kommt, dass im Rahmen einer Gesetzesänderung wahrscheinlich auch die Kirchensteuer refomiert werden müßte.
Bishier treibt der Staat über die Finanzämter das Geld für die Kirchen ein und bekommt dafür eine Gebühr.

Würde man das nun ändern, dann müßten sich die Kirchen ja selbst drum kümmern, und wie sollen sie das machen?

Im Jahr 2023 betrug die Kirchensteuer insgesamt ca.12 Milliarden Euro, und solche Institutionen, die nicht mal in Lage sind interen Skandale aufzuarbeiten geschweige denn den davon Betroffenen eine vernünftige und angemessene Entschädigung zu zahlen, wären mit Tatsache, dass sich sich von nun an selbst um die Eintreibung der Beiträge kümmern soll, wohl komplett überfordert.

Hinsichtlich der Tatsache, dass immer mehr Menschen den christlichen Kirchen den Rücken zuwenden und austreten halte ich solche Zahlungen für mehr als fragwürdig.

Ja, es wird Zeit, das man als Staat den Kirchen wieder selbstbewußter gegenüber auftritt.

Das sage ich nicht als jemand, der schon lange nicht mehr Mitglied ist, sondern als jemand, der die Ungerechtigkeit des Systems sieht und hier den Kanal allmählich komplett dicht hat.

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