Rituale.
Normalerweise halte ich diese in großem Stil nur zu Samhain und Beltane ab, sieht man einmal von Ehegeleiten oder Abschiedsrituale ab.
Die übrigen Dekadenwechsel finden eher in kleinen Ritualen ihren Raum, was auch mit meiner beruflichen Tätigkeit zu tun hat, denn nur selten finde ich die Zeit für große Rituale.
Außerdem war es bei den Zeitlosen eine Tradition die erstgenannten Dekaden zu feiern, denn Samhain und Beltane waren die höchsten Zeiten gewesen und standen ganz im Zeichen der Ahnen.
Diesmal war es jedoch anders, denn ich wollte Mabon mit einem Ritual feiern.
Einen bestimmten Grund hierfür gab es nicht einmal, dieser Gedanke hatte sich in mir einfach gefestigt, und so nahm im Laufe der Zeit ein Ritual Gestalt an wie ich es so schon lange nicht gefeiert hatte.
Ein kleiner Rückblick.
Bei den Zeitlosen gab es drei Heiligtümer – einen Ring, einen Anhänger und einen Kelch.
Diese Gegenstände wurde jeweils drei Tage lang genutzt, nämlich immer einen Tag dem Dekadenwechsel, am Tag des Wechsels und halt einen Tag danach.
Natürlich wurde sie auch zu bestimmten Anlässen getragen, doch dies war eher die Ausnahme als die Regel.
Anhänger und Ring, ein Trollkreuz und ein schlichter aber auffälliger Ring, symbolisierten den Rang eines Vorderen bei den Zeitlosen, und da ich die Rolle kommissarisch übernommen hatte, befanden sich diese Schmuckstücke auch nach dem Ende der Zeitlosen bei mir und wurden dementsprechend gewürdigt, denn sie waren mir nach wie vor heilig.


Während einer Beziehung wurden mir jedoch diese Heiligtümer abgenommen, weswegen ich sie mir nach dem Ende der Beziehung über Umwege neu besorgt und im Zuge eines Rituals den Ahnen und den Zeitlosen geweiht hatte.
Es war damals ein Ritual zu Mabon, und vielleicht liegt hier der Grund für das Ritual in diesem Jahr, denn nachdem ich den Gedanken für dieses Ritual hatte, da kam auch die Idee für eine Erweiterung.
Aber weshalb eine Erweiterung?
Nun, die Zeitlosen gibt es nicht mehr, und deswegen bin ich an die Regeln, Riten und Traditionen nicht mehr gebunden, doch gleichzeitig lebe ich im Glauben der Zeitlosen und passe diesen regelmäßig an.
Ich schaue, wo dieser Glaube in der Gegenwart an seine Grenzen stößt und passe ihn an die Realität an.
Mein Alltag hat sich verändert; mein Alltag verändert sich ständig, und mein Glaube gibt mir die Kraft, die Schwierigkeiten im Alltag zu meistern, doch damit das auch funktioniert muß ich meinen Glauben immer wieder neu Denken und eine regelmäßige Selbstreflexion vornehmen.
Aus einer solchen Reflexion entstand die Idee der Erweiterung der Heiligtümer, und nun, mit Abschluß des Mabonrituals, ist diese Erweiterung vollendet.
Von nun an gehören auch das Zeichen der Unendlichkeit

ein Kreis, der ebenfalls für die Unendlichkeit steht

und zwei weitere Ringe dazu.


Ich finde diese Erweiterung nur konsequent, denn die Anhänger symbolisieren in perfekter Form meinen Glauben als es das Trollkreuz jemals könnte.
Alles ist mit allem Verbunden, das ist der Grundglaube der Zeitlosen gewesen und das ist auch die Kernaussage in meinem Glauben geblieben.
Die speziellen Runenringe, ich trage immer einen, aber diese stehen wirklich nur für heilige Zeit oder Anlässe, stehen für die Erinnerung an die Ahnen und zugleich für die Anpassungsfähigkeit des Glaubens, denn bei den Zeitlosen spielten die Runen keine Rolle wie es heute bei mir der Fall ist, und damit symbolisiert dieser Ring auch das Mantra an die Götter – Die Ahnen sind die Götter, doch die Götter sind die Ahnen.
Ein Glaube sollte nicht starr sein; ein Glaube sollte einen festen Kern haben, doch das Drumherum kann und muss sich immer wieder anpassen, denn Glaube und Leben sollten stets eine Einheit bilden.
Ohne das Eine wäre das Andere schwierig.

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