Das Ende der Rauhnächte – Ein Gedicht

Das Rad hat sich nun ganz gedreht,
der letzte Rauhnachtswind verweht.
Was zwischen Jahren offen stand,
wird nun verknüpft durch Geisterhand.

Die Zeit der Stille, tief und schwer,
sie gibt uns nun dem Alltag her.
Wir treten aus dem Nebelreich,
die Welt wird wieder fest und gleich.

Vom Finger gleitet nun der grüne Ring,
der wie ein Wald die Winterruhe fing.
Sein Schimmer barg die Hoffnung auf das Licht,
das durch das Eis der harten Erde bricht.

Sein Grün war Anker in der dunklen Nacht,
hat Heilung mir und Zuversicht gebracht.
Was er bewacht hat, was mir dort erschien,
darf nun mit ihm aus dieser Welt entfliehen.

Ich lege ihn zurück an seinen Ort,
er wahrt in sich mein stilles Zauberwort.
Nun wird er tief verschlossen, ruhig und fest,
bis uns das Jahr erneut die Pforten lässt.

Die Zwölf sind um, die Nacht ist leer,
die wilde Jagd, sie zieht nicht mehr.
Ich schließe Truhe, Schrein und Tor,
der helle Tag tritt nun hervor.

Verschlossen ruht die Kraft aus Stein und Erz,
ihr Echo doch wohnt in meinem Herz.
Was ich in dieser Schwellenzeit gelernt,
bleibt nah bei mir, auch wenn sie sich entfernt.

Der Riegel schiebt sich vor das Gestern hin,
ich folge nun des neuen Jahres Sinn.


Die Rauhnacht endet, doch ihr Segen bleibt,
solang die Seele neue Wege schreibt.

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