Vor einiger Zeit hatte ich einen Beitrag über Kraftorte in Hamburg geschrieben (Nachzulesen unter Kraftplätze).
Nun, einen weiteren Kraftort gibt es in der Nordsee, und damit meine ich nicht einen Platz, sondern eine ganze Insel.
Amrum hatte mich schon bei meinem ersten Besuch in den Bann gezogen, und daran hat sich bis heute nichts geändert.
Bereits mit der Bahnfahrt beginnt die Entspannung, zieht sich weiter mit der Überfahrt und findet ihren vorläufigen Höhepunkt mit der Ankunft auf dieser Insel.
Und dann fängt die Entspannung erst so richtig an.
Eigentlich gibt es keinen Ort, der hier nicht empfehlenswert ist.
Egal ob Wittdün, der Ort, an dem man mit der Fähre ankommt, der beschauliche Ort Nebel mit den zahlreichen Reetdachhäusern oder Norddorf, der letzte Ort auf Amrum.
Egal ob Süddorf, Steenodde oder der kilometerlange Sandstrand – Amrum hat wirklich für jeden etwas zu bieten.

Für mich persönlich gibt es hier ein paar Punkte, an denen ich besonders viel Kraft aufnehmen kann.
Da sind zum einen drei Hügelgräber.
Als ich das erste Mal dort war, spürte ich sofort dass diese Plätze etwas ganz Besonderes waren. Es mag vielleicht komisch klingen, aber hier zu meditieren ist für mich wie eine Verbindung mit den Ahnen. Man wird eins und kann den Balast, den man bisher mit sich herumgetragen hatte, komplett abwerfen.
Es sei an dieser Stelle angemerkt, das es, meines Wissens nach, nur drei dieser Anlagen öffentlich zugänglich sind.
Viele Hügelgräber befinden sich auf privaten Grundstücken, die selbstverständlich nicht zu betreten sind.
Eines der Hügelgräber hat für mich einen ganz besonderen Reiz, denn es befindet sich als Teil einer freigelegten Siedlung in den Dünen.

Es ist jedesmal wie eine Überraschung, denn immer wenn etwas freigeweht wurde, dann wird anderes wieder von den Dünen verschluckt.
Hin und wieder entdeckt man auch Dinge, die ganz offensichtlich ein Scherz sein sollen.

Wem das zu makaber ist, immerhin ist das Meditieren an Begräbnisstätten nicht jedermanns Sache, dem empfehle ich unter anderem die nördliche Spitze Amrums – die Odde.
Hier, in Sichtweite der Insel Sylt, spürt man die Elemente am deutlichsten.
Wind und Wasser – was Besseres gibt es nicht um den Alltagsstress hinter sich zu lassen, auch wenn der Weg dorthin etwas weit ist.
Dichter dran ist da schon der Kniepstrand.
Kilometerlang ist er, und auch hier kann man sich dem Wind aussetzten.
Meditatives Spazierengehen nenne ich diese Art; einfach an nichts denken und einfach nur spüren.

Aber nicht nur spirituell ist Amrum eine Reise wert, sondern auch ganz grundsätzlich
Die waldreichste Nordseeinsel überhaupt zusammen mit dem breiteste Strand in ganz Europa bieten für jeden etwas.
Und überhaupt das Essen – wer hier abnimmt, der hat selber schuld.
Egal ob die zahlreichen Kuchen im Pustekuchen oder die Waffeln in der Kaffeeflut einen verführen oder ob man es sich bei Clausen oder im Friesencafé in Nebel gut gehen lässt.
Apropos Pustekuchen – es war das erste Kaffee auf Amrum, das ein eigenes Mehrwegsystem beim Coffee to Go eingeführt; und das, als auf dem Festland noch niemand darüber gesprochen hätte.
Die Bäckerei Clausen und das Kaffee Schult haben mittlerweile ein ähnliches System, was den Umweltschutz hier auf der Insel deutlich hervorhebt.

Und nicht nur das, auch die Kultur hat ihren festen Platz.
Damit meine ich nicht die zahlreichen Auftritte diverser Künstler in den entsprechenden Verstanstaltungsorten, sondern eher die kleinen Veranstaltungen, wie sie dieses Jahr zum Beispiel im BlauFeuer stattfand, ein Geschäft, in dem es nicht nur Kleidung, sondern auch zum Beispiel einen hervorragenden Aperol Spritz gibt.

Diana Krüger, eine Erzählerin von Volksweisen, erzählte Märchen für Erwachsene auf eine so herrliche Art und Weise, dass, so erging es zumindest mir, völlig darin aufging.

Dabei spielte sie zwischen den einzelnen Erzählungen immer wieder auf einem Instrument, von dem ich bis dahin noch nie etwas gehört hatte – einem Hang.
Noch nie hatte ich von einem solchem Instrument gehört, doch mittlerweile habe ich mir Musik ausgesucht, die sich hervorragend für künftige Meditationen eigenen.
Egal auf welche Art und Weise man Amrum erleben möchte – einmal in seinem Leben sollte man diese zauberhafte kleine Insel besuchen.
Bereuen wird man es jedenfalls nicht.

Ein sehr schöner anschaulicher Bericht und tolle Fotos. Vorallem der Steinkreis❤
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