Amrum im Herbst 2020

Schon wieder Amrum?
Ich kann diese Frage förmlich hören, auch wenn nur die Wenigsten sie laut aussprechen.

Ja, schon wieder Amrum, und auch wenn ich es schon so oft geschrieben habe, so gilt es auch diesmal – es ist immer wieder Erholung pur sobald ich die Fähre verlasse und die Insel betrete.

Im Herbst ist es hier, natürlich, noch mal ganz anders als im Sommer, und eigentlich ist diese Insel in der Nordsee zu dieser Jahreszeit selten so voll mit Touristen, doch was ist in diesem Jahr schon normal?

Nach wie vor beherrscht Corona das Leben, und davon bleibt natürlich auch Amrum nicht verschont, denn wie schon im Sommer, so gibt es auch jetzt im Herbst die üblichen Auflagen und Regeln.

Man kennt es schon, und es ist mittlerweile normal wenn man im Restaurant seine Adresse angibt. Nur – so selten wie in diesem Jahr war ich noch nie in einem Restaurant, und auch das ist dem Virus geschuldet.

Genauso wie die Tatsache, dass ich bereits auf der Fähre eine E-Mail an mein Lieblingsteegeschäft geschickt und eine „kleine“ Bestellung gemacht habe.

Ich liebe das Amrumer Teekontor, und ich bin gerne hier, doch je länger ich in diesem Geschäft bin, umso länger müssen evtl andere Menschen draußen warten. Also vorbestellen, kurz klönen und dann mit dem Tee das Geschäft wieder verlassen.

Das trotzdem die Zeit für eine kurze Unterhaltung bleibt liegt einfach daran, dass ich die Inhaber recht gut kenne.

Tee auf Amrum, das gehört für mich einfach dazu, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass ich hier nicht nur meinen Urlaubsbedarf, sondern auch meine Vorräte für zuhause aufstocke.

Das Schöne am Amrumer Teekontor ist übrigens nicht nur die Auswahl an unterschiedlichsten Teemischungen (die alle selbst gemischt werden) oder die Auswahl an Accessoires.

Nein, das Schöne ist die Herzlichkeit, mit der man hier empfangen wird.

Das war schon immer so, und trotz Corona hat sich daran nichts geändert.

Ja, Corona hat auch bei mir persönlich vieles verändert.

Was jedoch geblieben ist, ist das Genießen der Elemente, und alleine hierfür ist Amrum im Herbst der für mich einer der besten Orte.

Schon die Anreise war geprägt vom Wind, und ein starker Ostwind sorgte dafür, dass die Fähren ihren Fahrplan dezent in die Tonne werfen konnten, denn meine Fähre, die um 13 Uhr ablegen sollte, hatte auf dem Festland bereits eine Verspätung von 30 Minuten und auf Amrum schließlich fast eine Stunde auf der Uhr.

Na und?
Dann ist es eben so, denn der Ostwind sorgte für starkes Niedrigwasser und gleichzeitig für eine schöne Atmosphäre später auf der Insel.

Diese Gelassenheit jedoch fehlte so manchem Touristen in Dagebüll, denn die Stimmung wurde immer aggressiver.

Zum Glück konnte man durch den MundNasenSchutz mein Schmunzeln und Grinsen nicht sehen.

Meine Güte, wenn man an die Nordsee fährt, dann begibt man sich in die Hand der Elemente; und es ist egal, wie fortschrittlich die menschliche Gesellschaft ist – die Elemente haben nach wie vor das Sagen!

Da spielt es keine Rolle wo man sich befindet, dieses Gesetzt gilt überall.

Wie überall, so ist die Luft hier auf Amrum im Herbst eine ganz Andere. Irgendwie ist es freier, und auch die Lichtverhältnisse sind zum Teil atemberaubend.

Wenn man das erlebt, dann kann man sich so manches vorstellen was früher üblich war.

Den ersten Abend war ich, nachdem ich den Koffer ausgepackt hatte, noch ein wenig spazieren, und wieder einmal zeigte sich Nebel von seiner schönsten Seite.
Was auch daran lag, dass ich keine anderen Menschen gesehen habe.

Die Restaurants hatten geschlossen und in den Wohnungen brannte das Licht.
Es war eine ganz eigene Stimmung, und ich stellte mir vor das es kein Internet, kein Radio und kein Fernsehen geben würde.

Die Stimmung änderte sich schlagartig und wurde noch ruhiger, und ich konnte mir ein Stück weit vorstellen wie es hier wohl vor 100 Jahren war.

Das Schöne an Nebel ist ja das Ruhige. Sicherlich, nicht mehr alle Häuser hier sind ursprünglich, und scherzhaft hatte ich dieses kleine Dorf einmal als Disneyland auf Amrum bezeichnet (übrigens weiß ich seitdem, dass bei so manchem Friesen Witze nicht immer gut ankommen), doch damit tue ich Nebel natürlich Unrecht.

Auch wenn viele Häuser dem alten Stil nachempfunden wurden, so hat man sich dabei sehr große Mühe gegeben und den ursprünglichen Charakter des Dorfes weitestgehend erhalten.

Das ist mir schon früh klar geworden, doch im Herbst wird dieses immer deutlicher, denn dann kann man auch hier nicht abgelenkt werden und muß sich dem stellen was geboten wird.

Und das ist zu jeder Jahreszeit wunderbar – im Herbst jedoch atemberaubend schön, und da spielt das Wetter für mich nur eine untergeordnete Rolle.

Und auch hier gilt der Spruch, dass nach dem Urlaub vor dem Urlaub ist, denn bereits für das kommende Jahr habe ich gebucht.

Und da ich selbst nicht mehr zu jüngsten gehöre, werde ich 2021 nicht nur den Sommer- und Herbsturlaub hier verbringen.

Auch im März, kalendarisch also noch im Winter, werde ich eine Woche hier sein.

Und das wird nochmal etwas ganz anderes – doch davon im kommenden Jahr mehr.

3 Antworten auf „Amrum im Herbst 2020

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  1. Traumhaft – so einen Teeladen suche ich hier 😅 früher hatten wir hier so viele tolle Teegeschäfte und leider haben alle keine Nachfolger gefunden. Daher habe ich meine Lieblings- Kräuter- und Teelieferanten jetzt immer auf Märkten besucht- die ja wahrscheinlich nun ausfallen 🤷🏼‍♀️
    Eine ganz magische Zeit und gute Erholung wünsche ich 🙂

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    1. Ich weiß genau was Du meinst.
      Und dieser Teeladen hat auch einen Onlineshop 😉

      Ja, die Erholung hatte ich, auch wenn eine Woche doch sehr kurz war.

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