Ahnen vs Götter?

Immer wieder werde ich gefragt, weswegen ich nicht an Götter glauben kann, denn eigentlich basiert doch vieles in der Magie und im Schamanismus an den Götterglauben.

Nun, diese Frage ist schnell beantwortet, doch die Erklärung zu dieser Antwort ist ein wenig länger, und deswegen fange ich genau damit auch an.

Der Glaube an Götter (oder an Gott) unterliegt meiner Ansicht nach immer gewissen gesellschaftlichen Strukturen und Veränderungen.

Schaut man sich einmal das die Götterwelt im vorchristlichen Europa an, so kann man sehr schnell feststellen, das es hier immer wieder zu sehr starken Veränderungen gekommen ist, je nach dem welcher Stamm gerade das Sagen hatte, und selbst aus dem Ende der Edda wurde das, was in der christlichen Bibel als Fortsetzung betrachtet wird (kein Witz, so wurde mir das tatsächlich einmal erklärt).

In meiner Zeit im Konfermationsunterricht (ja, ich wurde tatsächlich dazu gezwungen) kamen mir immer wieder Zweifel an dem, was uns da erzählt wurde, und je länger es dauerte, desto unwohler fühlte ich mich, denn immer wieder stellte ich mir die Frage, weshalb man mit Menschen, die anders Denken und Glauben so harsch umgegangen wurde.

Kann ein Gott, der immerhin, nach christlicher Leseart, alles geschaffen hat, es wirklich wollen, denn immerhin, um einmal bei der Leseart zu bleiben, wäre ein solcher Schritt gegen andere Menschen automatisch ein Schritt gegen Gott selbst.

Kleiner Tipp – stellt solche Fragen NIEMALS einem Pastor.

All das führte dazu, das ich religös eher inaktiv war nach der Konfermation.
Eigentlich war ich das sogar schon vorher, denn wie schon erwähnt geschah die Anmeldung zu diesem Unterricht eher unter Zwang meiner Mutter; ich selbst hatte vorher keine Ahnung das es sowas gab, geschweige denn was ich da überhaupt sollte.

Nun, die Geschichten, egal ob Edda, Bibel, Koran oder was auch immer sind interessant, und ich bin mir sicher, dass solche Texte wichtig waren für das damalige Zusammenleben in einer Gesellschaft, aber das war es dann auch schon für mich.

Wie gesagt – die religöse und spirituelle Inaktivität war da, und es änderte sich erst Jahre später.

Was mich schon immer fasziniert hatte, das waren Friedhöfe.
Hier werden der Verstorbenen gedacht, und je älter ein Friedhof ist, umso prachtvoller ist er auch.

Das, verbunden mit meiner spirituellen Weiterentwicklung, brachte mich dann doch zu der Überzeugung, dass es eher die Verstorbenen sind, denen die Aufmerksamkeit gegeben werden sollte, denn wer hat nicht nur die Gesellschaft geprägt, sondern im Grunde genommen jeden einzelnen Menschen wenn nicht die, die vor uns waren.

Ja, es wurde viel Scheiß gebaut von unseren Vorfahren, doch es gehört auch zu unserem Erbe genau damit umzugehen, das nur mal so eben am Rande.

„Ich glaube nicht daran, dass es die Götter gibt. Der Mensch ist Herr seines Schicksals, nicht die Götter. Die Menschen haben die Götter erfunden, damit sie ihnen die Fragen beantworten, vor denen sie sich selbst fürchten.“
Oh, ich mag die Serie Vikings, und dieses Zitat aus der 4. Staffel bringt meinen Glauben auf den Punkt, denn seien wir doch mal ehrlich – von Physik und Chemie hatte man früher so absolut keine Ahnung.

Also hat man, so meine Vermutung, etwas erfunden um es sich zu erklären – meine Damen und Herren, die Götter betreten die Weltbühne.

Nein, ich möchte niemanden seinen Glauben absprechen.
Ich möchte einfach nur darlegen, weshalb ich den Glauben daran respektiere – ihm aber nicht folge.

In der Magie gibt es einen Grundsatz – Alles ist Energie, und folgt man nun diesem Grundsatz, dann kommt man unweigerlich zu den Ergebnis, dass Energie nicht verschwindet.
Die Seele eines Menschen kann also gar nicht verschwinden; sie ist immer da und, nach dem Ableben, wieder eingegangen in das Ganze.

Da das Arbeiten mit der Magie nichts anderes ist als das Arbeiten mit Energie ist es, für mich, nur logisch, dass ich diejenigen um Hilfe bitte, von denen ich weiß, dass sie da sind – die Ahnen.

Und genau so ist auch mein Schrein aufgebaut.

Ja, Schrein.

AHNENSCHREIN
Beltanedekade 2022

Ich brauche weder einen Tempel noch einen Altar.
Mein Tempel ist die Natur, und der Altar ist in mir drin.
Der Schrein jedoch ist der Aufbewahrungsort meiner Utensilien und meiner heiligsten Gegenstände.
Hier befindet sich unter anderem die Heimaterde, mein Ahnenbecher und auch der Ahnenring.
Der Schrein ist den Ahnen gewidmet und er wird regelmäßig neu gestaltet.

Ich glaube, nun dürfte klar sein, wie mein Glaube aufgebaut ist.
Und nun dürfte auch klar sein, weswegen ich den Ahnen huldige.
Deswegen rufe ich vor und nach jedem Ritual die Ahnen an.
Und auch sonst, denn die Ahnen wachen über uns solange man aufrichtig in seinem Glauben ist.

Heil den Ahnen.

4 Antworten auf „Ahnen vs Götter?

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  1. Lieber Jörg, Dein Beitrag hat mir sehr gut gefallen und die Ahnen haben uns geprägt und prägen uns noch.Der Ahnenschrein ist auch interessant. Mich würde interessieren wie Deine Magie aussieht. Alles liebe und danke für Dein Sein.

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    1. Über die Magie selbst habe ich ja schon öfters geschrieben, aber auch hier wird es noch Beiträge geben – versprochen

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