Herbstlicher Sommerurlaub 2023 – Führung zu Amrumer Hügelgräber

Mein Interesse am Historischen ist nicht nur durch die Zeitlosen geweckt; es ist wesentlich älter, denn schon immer habe ich mich gefragt, wie die Menschen früher gelebt haben und wären gewissen Umstände in meiner Familie anders gewesen, dann hätte ich diese Thematik auch bestimmt studiert.

Naja, es kam anders, doch das Interesse ist geblieben.

Manch einer mag nun denken, dass es eine Art Flucht vor der Realität sei, doch ich kann versichern, dass dem nicht so ist.

Eben wegen diesem Interesse wollte ich schon immer mal an einer entsprechenden Führung auf Amrum teilnehmen, denn diese Insel ist voll von Hügelgräbern und unter den Dünen vermutet man noch zahlreiche Fundstellen.

Leider hatte es bisher nie geklappt, denn meistens wurden diese Führungen immer dann angeboten wenn ich gerade wieder auf dem Heimweg war.

Umso glücklicher war ich auf der Fähre, als ich sah, dass eine solche Führung wärend meines Aufenthaltes angeboten wurde, und ich hatte den Termin rasch in meinen Kalender notiert.

Nun, die Führung war nett, und für jemanden, der Amrum nicht kennt, ist sie sicherlich eine interessante Veranstaltung, doch das, was dort erzählt wurde, war mir zum größten Teil schon bekannt.

War es jetzt für mich überflüßig daran teilgenommen zu haben?

Nein, das war es nicht.

Zum einen habe ich tatsächlich auch etwas gelernt, ich weiß nun als Laie, wie ich einen behandelten Stein von einem Unbehandelten unterscheiden kann, und zum anderen konnte ich die Stätten wieder besuchen, die ich eigentlich erst im Herbst wieder aufsuchen wollte.

Sicherlich, die Informationen, die dort vermittelt wurden, waren zum Teil wirklich lächerlich.
es wurde gesagt, das Rungholt im 18. Jahrhundert untergegangen war und vorher, nach einer Sturmflut wieder aufgebaut wurde.
Außerdem sei Helgoland dem damaligen Glauben nach der Sitz der Götter gewesen.

Beides ist grundlegend falsch, denn Rungholt wurde nach der Sturmflut nicht wieder aufgebaut (wäre es so gewesen, dann hätte man nicht jahrelang danach suchen müssen, denn man hätte ja gewußt wo es sich befand) und Helgoland war zwar Heiliges Land für die hier lebenden Südgermanen, doch der Sitz der Götter war es im Glauben nicht.

Von diesen Fehlern abgesehen hätte ich mir bei der Führung noch ein paar Informationen über die Bauart der Gräber gewünscht, denn auch wenn mir die Unterschiede bekannt sind, so galt das bestimmt nicht für die Mehrheit der Teilnehmer.

Vielleicht liest dieses ja jemand vom Heimatverein auf Amrum, und vielleicht kann man diese Informationen irgendwie mit unterbringen.

Denn, und auch das möchte ich an dieser Stelle erwähnen, wären ein paar Hintergründe (Eesenhuch als Thinkhügel etc) vielleicht auch interessant gewesen.

Bild aus dem Archiv

Diese Punkte sollen nun aber nicht die Führung schlecht darstehen lassen, denn die Vorträge waren locker und auch humorvoll, und ich kann trotz meiner Kritik eine solche Führung wirklich empfehlen – zumal man auch tatsächlich etwas über Amrum und die hier herrschende Mentalität und deren Wandel lernt.

UPDATE

Ich liebe die Community, denn hier bekommt man immer wieder Hinweise und Tipps.

Also, es gibt auf Amrum regelmäßig einen sogenannten Flyer, in dem zahlreiche Veranstaltungen stehen – so auch die jeweiligen Führung.

Oder hier

Und kostet eine solche Führung etwas?

Nein, lediglich zum Ende wird um eine Spende für den Heimatverein gebeten.

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