Ein Tagesausflug nach Föhr, das gehört für mich nun schon im dritten Jahr dazu wenn ich meinen Sommerurlaub auf Amrum verbringe.

So war es auch in diesem Jahr, doch wie schon der Urlaub bisher, so war auch die Fahrt auf die Nachbarinsel begleitet vom Wind, der sich seit dem Vortag aufgebaut hatte.
Ja, der Wind hatte mittlerweile wieder nachgelassen, am Vortag hatten die Boen in Spitze 90 km/h, doch dieser Wind sorgte für die letztliche Klarstellung, dass es in diesem Jahr keine Bonusfolge für den PodcastKanal aus dem Urlaub geben würde.
Also mußte was Neues her, und damit steht dieser Urlaub ganz in der Tradition des Urlaubs bei mir, denn schließlich habe ich hier, an der Nordsee, immer neue Ideen.
Ein Video, welches ich nach meinem Urlaub zusammen stellen werde.
Zurück zum Thema, denn auf Föhr hatte ich mir einiges vorgenommen.
Eigentlich wollte ich wieder bei der Kirche in Süderende beginnen, doch in diesem begann ich meine kleine Wanderung bei der Borksumburg.






Ursprünglich wollte ich nun weitergehen bis zum nächsten Etappenziel – dem sogannten Friesendom, wo ich im letzten Jahr, vor dieser Kirche, ein kleines stilles Ritual abgehalten hatte, denn der Friesendom wurde, wie ich erfahren hatte, auf einem Hügelgrab erbaut und die Ahnen sollten sich ihren heiligen Platz wieder holen.
Und genau diese Tatsache hat mich stutzig werden lassen, denn nach meinem letzten Besuch hier hatte ich in einer Zeitschrift etwas über Thinkhügel,das geplante dritte Etappenziel, in Nieblum gelesen, und das machte nun gar keinen Sinn, denn schließlich ist es bekannt, dass die frühen Christen ihre Kirchen auf den Heiligen Plätzen der sogenannten Heiden erbaut haben.
Warum also eine Kirche auf einem Hügelgrab wenn es doch einen Thinkhügel an anderer Stelle gab?
Ein ähnliches Problem mit identischer Fragestellung gibt es auch in Süderende, denn hier wurde die Kirche neben einem Gräberfeld erbaut, welches dort nach heutigem Wissen ein Versammlungsort war.
Wie schon auf Amrum, wo es ähnliche Sachen gibt, machte es nur Sinn, wenn die damaligen Christen den neuen Glauben nur widerstrebend angenommen hatten und so nebenbei ihre alten heiligen Plätze im Grunde genommen nicht aufgeben wollten.
Eine Antwort darauf wird es wohl nie geben, doch die Fragestellung finde ich sehr interessant.
Hatte ich auf dem Weg von der Borgsumburg noch die Idee erst zur Kirche nach Nieblum und von dort weiter zum Thinkhügel zu gehen, so hatte ich diesen Gedanken während des Weges verworfen und ging erst zum Thinkhügel und anschließend entlang eines Weges, an dessen Rand sich vier weitere Grabhügel befanden.
Vom Thinkhügel selbst sieht man gar nichts mehr, und gäbe es nicht einen kleinen Hinweis – man könnte es glatt übersehen.


Nun, zuerst hat es mich geärgert das man so mit einem scheinbar wichtigem Teil der Vergangenheit umgeht, doch je länger ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Ergebnis, dass es nur konsequent ist.
Die Natur holt sich irgendwann alles zurück.
Trotzdem habe ich ein kleines Erinnerungs- und Dankbarkeitsritual abgehalten, denn ich hatte das Gefühl, das es stimmig wäre.
Und plötzlich, während des Rituals, hatte ich das Gefühl des Willkommensein.
Es war, als würde mich der Ort umschließen; als wäre ich zuhause angekommen, und von dem Augenblick an wußte ich, dass ich meinen bisherigen Weg richtig gegangen war.
Es dauerte eine kleine Weile, bis ich mich vom Thinkhügel und seinem gegenüberliegenden Zwilling lösen und weitergehen konnte.

Der restliche Weg, entlang von Mansfeldern, verlief unspektakulär, und auch die Präsens des Friesendoms hatte auf mich später eine andere Wirkung als noch vor einem Jahr.




Diese Kirche würde nicht ewig bestehen, denn sie ist künstlich und nicht Teil der Natur.

Unsere Ahnen und unsere Götter jedoch sind noch da wenn es die Kirchen nicht mehr gibt.
Ja, Föhr ist eine Reise wert.
Definitiv und absolut.

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