Es ist bisher noch nie vorgekommen, dass ich ein Ritual veröffentliche, doch nun mache ich die Ausnahme, denn durch ein Ereignis, welches am 8. März 2024 eintrat, hat dafür gesorgt, dass ich diesen Schritt gehe.
Am 8. März 2024 ist die Tante meine besten Freundin gestorben.
Es geschah nicht unerwartet, und doch war der Schock groß, denn der Tod, oder im Falle der Tante die Erlösung, kam plötzlich und schnell.
Die Familie meiner besten Freundin ist im Laufe der Jahrzehnte auch zu meiner Familie geworden, und so wurde ich gebeten, ein Abschiedsritual in der Tradition der Zeitlosen abzuhalten.
Eine Ehre für mich, das muß ich klar sagen, auch wenn die Bürde groß war, denn schließlich war ich emotional ebenfalls gefangen.
Noch am selben Abend trafen wir uns bei mir, und gemäß der Tradition waren wir als Hauptteil zu dritt.
Ich bat eine weitere Freundin hinzu; eine Freundin, von der ich wußte, dass sie ebenfalls im alten Glauben lebte, denn ihre Mutter war ebenfalls ein Mitglied der Zeitlosen gewesen.
Nachdem ich den Raum vorbereitet hatte mit Kerzen und Ölen begann das Ritual, welches ich hier auch mit den abschließend erklärenden Hinweisen niederschreibe.
Alle drei waren wir nackt, denn so kann man die eigenen Energien ungehindert fließen lassen.
Lediglich ich trug den Heiligen Ring der Zeitlosen und das Trollkreuz und hatte einen Cardigan an.
Um die Kerzen stehend nahmen wir uns bei den Händen.
Das Leben ist ein Augenblick und der Tod ist nicht das Ende, denn aus dem Tod entsteht das neue Leben da nichts ist wie es ist und doch anders als man denkt.
Ihr Ahnen, Erschaffer der Gegenwart, ich bitte euch. Gesellt euch zu uns. Nehmt Platz in unserem Kreis.
Ihr Ahnen, Wesen der Vergangenheit, ich bitte euch. Nehmt die Verstorbene auf in eurem Kreis.
Ihr Ahnen, Geschöpfe der Zukunft, ich bitte euch. Verlasst nicht die Lebenden, die stets an euch denken.
Nach jeder Ahnenansprechung reichte ich den großen Ahnenbecher herum und jeder von uns nahm nacheinander einen Schluck daraus.
Anschließend folgte der Grund für diese Bitte, welche die Hinterbliebende sprach, und nach jedem Grund nahmen wir einen Schluck aus dem Ahnenbecher, den ich herumreichte.
Dieses Ritual, das ich in leichter Form aufschreibe und veröffentliche, wurde in den ersten drei Nächten wiederholt.
Dieses Ritual sorgt dafür, das die Hinterbliebenen Abschied nehmen können, und die Tatsache, dass es in der Gruppe geschieht macht es viel leichter.
Man ist in der Trauer nicht alleine.
Was bedeutet es aber für mich, der ein solches Ritual schon lange nicht mehr abgehalten hat?
Ich spüre die Veränderung durch das Ritual in mir.
Es hat etwas ausgelöst, dessen ganzes Ausmaß ich noch nicht greifen kann.
Allein die Tatsache, dass ich außerhalb der Heiligen Zeit Beltane und Samhain den Heiligen Ring für drei Tage trage bewirkt etwas in mir, doch ich weiß noch nicht was.
Abschiedsritual

Erstmal mein Beileid und möge sie gut in den Kreis der Ahnen ankommen,Bruder. Das Ritual ist wunderschön und ich kann mir git diese Veränderung in dir nachfühlen. Solche Zeiten verändern uns. Sind so tief und machtvoll…sei gesegnet.
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