Ein paar Tage nach meinem Gespräch mit Jan über das Thema Schattenarbeit kam mir unter der Dusche plötzlich dieser eine Gedanke – was wäre wenn?
Eine Frage, die mich seitdem nicht mehr losgelassen hat und die die Basis für diesen neuen, fast schon philosophischen Beitrag bildet – Was wäre, wenn…?
Besonders im Kontext der Schattenarbeit und des heidnischen Glaubens ist das eine extrem spannende Frage, denn wenn wir ehrlich sind, dann hinterfragt man damit einen der absoluten Grundpfeiler der nordischen Mythologie – der drei Nornen.
Dem Glauben nach sitzen die drei Nornen am Weltenbaum Yggdrasil und spinnen die Schicksalsfäden eines jeden Menschen.
Alles ist vorherbestimmt – so der Glaube, aber wenn das so ist, müssen wir dann überhaupt noch etwas aufarbeiten?
Dürfen wir es?
Sollten wir es?
Was wäre, wenn man durch Schattenarbeit – durch das Aufarbeiten von Traumata – quasi gegen die Nornen arbeitet?
Man kann diese Frage auf so viele Arten auslegen. Die einen sagen, dass es sowieso vorherbestimmt ist, wenn man diese Schattenarbeit macht, für andere ist Schattenarbeit ein Verstoß gegen die Nornen.
Für mich persönlich hören sich die drei Nornen und die Geschichten um sie manchmal auch ein Stück weit wie ein Propagandakonstrukt an – ähnlich, wie ich es damals schon in der Podcastfolge zu Walhalla andiskutiert hatte.
Tatsächlich aber stellen wir uns diese Frage fast jeden Tag unbewusst selbst und gehen dabei immer verschiedene Szenarien im Kopf durch.
Ich stehe an der roten Ampel. Links frei, rechts frei. Was wäre, wenn ich jetzt rübergehe und plötzlich ein Auto mit 120 km/h angeschossen kommt?
Was wäre, wenn ich mich auf diese neue Stelle bewerbe? Bleibe ich dann mein Leben lang dort?
Es geht nicht darum, ständig alles im Leben zu zerdenken, aber es hilft, Dinge abzuwägen – besonders bei großen Entscheidungen wie einem Jobwechsel oder auf Beziehungsebene.
Ich persönlich bin ein Mensch, der auf das blickt, was er hat. Aber ich muss auch in die Zukunft schauen.
Durch alles, was ich in meinem Leben erlebt habe, kommt diese Frage automatisch – besonders im finanziellen Bereich.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der man ein Polster braucht. Wenn ein Ereignis eintritt, das uns den Boden unter den Füßen wegreißt, ist es gut, aufgefangen zu werden.
Haben die Nornen uns dieses Polster in die Wiege gelegt?
Wir wissen es nicht.
Wir glauben es nur.
Und am Ende kommt es darauf an – was glaubst du?
Nehmen wir unser Schicksal selbst in die Hand und sagen „Darum kümmere ich mich jetzt selbst“?
Dann muss man auch sagen, dass einem das Konstrukt der Nornen schlicht und ergreifend egal ist.
Nur, was ist, wenn genau das vorherbestimmt ist?
Willkommen im Reich der verknotet Gehirnwindungen.
Am Ende ist die Frage „Was wäre, wenn“ keine theoretische Spinnerei.
Sie ist alltäglich und entscheidend für die Zukunft.
Man kann nicht alles bis ins Kleinste durchplanen. Man sollte auf sein Bauchgefühl hören, die Realitäten bedenken, aber vor allem den Spaß am Leben nicht verlieren.
Was wäre das Leben ohne Spaß?
Wir würden alle nur noch verbissen durch die Gegend laufen.

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