Sommerurlaub 2026 auf Amrum, das war in diesem Jahr ein ganz besonderer Urlaub, denn es war mein zweiter und letzter Urlaub in diesem Jahr auf dieser Insel.
War das der Grund, weswegen ich diesen Urlaub mit so ganz anderen Augen gesehen habe als es sonst der Fall war?
Gut möglich, doch wahrscheinlich spielt auch die Tatsache, das ich mich persönlich verändert habe eine große Rolle.
Ja, ich habe mich verändert.
Meine Sicht auf viele Dinge wurde durch das letzte Jahr radikal umgedreht, und diese Veränderungen sind noch lange nicht abgeschlossen.
Fangen wir aber doch am Besten mit der Anreise an, denn schließlich beginnt bei mir die Erholung hier schon an.
Normaler zumindest.
Wer die Deutsche Bahn kennt, der weiß genau, das man wirklich mit ALLEM rechnen muss.
Da werden, selbstverständlich mitten in der Hauptreisezeit, mal eben wegen Arbeiten an der Sternenbrücke in Hamburg und am neuen Bahnhof in Diebsteich alle Züge anders geleitet – und das hieß für mich, das mein Zug statt in Altona in Pinneberg startete.
Wieder einmal, denn bereits im Frühjahr hatte ich das schon erlebt und war dementsprechend auf das Schlimmste vorbereitet.
Nun, in Pinneberg lief alles glatt, aber damit endet das Positive auch schon, denn es gab auf der Strecke eine Störung – und damit begann das Chaos.
Deutsche Bahn halt.
Der Zug fuhr nämlich wegen einer Störung an einer Brücke nur bis Husum, wo man dann in den Schienenersatzverkehr bis Bredstedt umsteigen musste.
Gut, auch das kannte ich schon und war auf alles vorbereitet, doch den Humor der Deutschen Bahn kann nur die Deutsche Bahn toppen.
Erwähnte ich schon die Hauptreisezeit?
Dann kann man sich vielleicht vorstellen, welche Menschenmassen auf den Bus gewartet hatten.
Kürzen wir es doch einfach ab – es kam keiner, denn der Schaden wurde in den Zwischenzeit behoben, allerdings war der Zug schon wieder auf dem Weg nach Pinneberg.
Tja, und nun kommt wieder der Humor des Deutschen Bahn, denn da kein ICE nach Sylt fuhr, war der nächste Zug brechend voll.
Und nun ratet mal, wer in Bredstedt in diesen eh schon vollen Zug einstieg.
Richtig – diejenigen, die in Husum den letzten Bus des Schienenersatzverkehrs bekommen hatten.
Seit diesem Augenblick habe ich vollstes Mitgefühl mit Ölsardienen.
Jede Anfahrt geht aber irgendwann zu Ende, und der Rest der Fahrt verlief sogar ab Niebüll ruhig.
Was mich im Nachhinein immer noch wundert ist die Tatsache, das ich trotz allem um 13 Uhr die Fähre noch bekommen habe und so entspannt auf Amrum ankam.
Ein letztes Mal in diesem Jahr, wie schon erwähnt.

Vielleicht habe ich wirklich aus diesem Grund diese 14 Tage auf Amrum mehr als in den Jahren zuvor genossen, auch wenn das Wetter nicht immer so war wie man es sich vielleicht für den Sommer wünscht.
Es war warm, ja, aber es gab auch Tage, bei denen die Temperaturen nur knapp über die 20 Grad kamen.
Mich persönlich stört sowas nicht, denn ich bin bekanntermaßen bei jedem Wetter draußen.
Sommer, wie ich sie noch aus meiner Kindheit kenne, wird es nicht mehr geben – das ist einfach so und daran kann ich nichts ändern.
Trotzdem, oder gerade deswegen, ist die Natur für mich der Ort, an dem ich komplett durchatmen kann.

Und dazu gehört auch eine Fahrt von Amrum aus nach Helgoland, was für mich in diesem Sommer neu war.
Für einen Tag war ich dort und habe, wie im letzten Jahr, auf dem Oberland gestanden und in die Ferne geschaut.
Auch diesmal kam dort in mir das Gefühl auf das der Mensch letztlich Nichts ist, und allein das hat den Besuch der Hochseeinsel so wertvoll gemacht, denn hin und wieder muß man sich einfach an Tatsachen erinnern.
Die Natur ist das Ganze, und wir Mensch sind ein Teil dieser Natur, und weil diese Erkenntnis vor allem auf Helgoland aufgefrischt wird, hat diese Insel in meinem spirituellem Glauben einen ganz besondern Platz und ist wohl auch der einzige Grund, weswegen es mich immer wieder dorthin zieht.











Gut, natürlich habe ich die Gelegenheit genutzt auch meinen Lieblingstabak zu kaufen, denn leider gibt es den nur dort, aber das ist eine reine Randnotiz, denn wegen Zigaretten fahre ich eh nicht hin – die würden mich insgesamt mehr kosten als auf dem Festland (inkl den Inseln).
Außerdem brauchte ich noch eine Halterung für meinen Schreiber zu Hause, und dafür eigenen sich diese kleinen Flaschen hervorragend.

Ein paar Tage später hatte ich, wie schon im letzten Jahr, eine Fahrt mit der MS Eilun rund um Amrum gemacht, und das Gefühl, das sich auf Helgoland errneut hatte, wurde hier nochmals verstärkt.
Ja, der Mensch ist im Grunde nichts Besonderes, denn wenn es uns irgendwann nicht mehr geben wird, dann bleibt die Natur dennoch bestehen.






Die Natur braucht uns nicht, aber umgekehrt brauchen wir die Natur.
Es wäre schön, wenn die Menschheit das irgendwann mal wieder begreifen würde.
Die Tatsache, das wir schließlich mit der Eilun für kurze Zeit auf der Sandbank machte diese Erkenntnis mehr als nur deutlich und ist etwas, was ich mir aus diesem Urlaub bewahren möchte.
Aber nicht nur ich habe mich verändert, denn während der zwei Wochen ist mir einiges aufgefallen.
Es war nun ganz bestimmt nicht das erste Mal, dass ich in dieser Unterkunft mitten in Nebel war, und natürlich war ich meistens schon sehr früh wach.
Was ich allerdings noch nie erlebt hatte war morgens um halb sieben eine Schlange vor dem Bäcker.
Nun könnte man sagen, das die Amrumer zeitig ihre Brötchen holen, aber dem war nicht so, denn die Mehrheit der Leute in der Schlange waren tatsächlich Touristen.
Und die warteten schon lange dort wie man mir glaubhaft versicherte.
Glauben kann ich es immer noch nicht, aber es passt zu meiner Einschätzung, die ich ja schon seit einigen Jahren habe.
Es hat sich etwas verändert, und nicht alles davon war, und ist, positiv.


Zwei Wochen Amrum, das bedeutet aber nicht nur grübeln oder arbeiten am zweiten und dritten Buch (kein Scherz, das war tatsächlich meine morgendliche Routine).
Zum Beispiel ein regelmäßiger, also täglicher Gang in die Sauna.

Selbstverständlich waren lange Spaziergänge an der Tagesordnung, und genau diese habe ich intensiv genossen.






Egal ob im Wald, am Strand oder an der Wattseite – diese Spaziergänge waren wie Balsam für mich und absolut notwendig.




Dabei habe ich festgestellt, das ich zum ersten seit Jahren den Alltag komplett zuhause lassen konnte.

Das Handy hatte ich zwar immer bei mir, aber ich mußte mit keinem Anruf rechnen, weswegen ich auch nicht mal die Vibration aktiviert hatte.
Was für eine Freiheit.
Nein, ich habe bei diesem Gedanken kein schlechtes Gewissen, denn an dem Tod kann ich nichts ändern, und die Tatsache, das ich die letzten Jahre eigentlich irgendwie immer auf Standby war tat mir einfach nicht gut.
Ja, ich kann durchaus sagen, das ich diesen Urlaub genossen habe und vieles ist bedeutungslos geworden.
Na gut, fast alles, denn auf den Kepkuchen von Schult, und vor allem die mit Anis, lasse ich nichts kommen, was übrigens auch auf den Tee vom Teekontor zutrifft oder die Unterhaltungen mit Ulf, einem Fahrer des Busunternehmens.
Ja, was wäre der Mensch ohne Prioritäten.
