Wer mich kennt, der weiß, dass ich meinen Urlaub normalerweile immer auf Amrum verbringe.
Normalerweise, doch was ist schon normal, denn meinen Oktoberurlaub 2026 verbrachte ich an einem völlig anderen Ort.
Nicht an oder in der Nordsee, sondern in der Lüneburger Heide.
Genauer in Undeloh.

Ich hatte diesen Urlaub bereits im Herbst 2025 gebucht, und das aus einem ganz guten Grund, denn ich wollte mir diese Gegend schon immer mal anschauen – und ich habe diese Entscheidung nicht bereut, denn auch wenn ich schon viel darüber gehört hatte, so kamen mir die Erzählungen vor Ort untertrieben vor.





Was mich vor Ort erwartete, übertraf alles ws ich erwartet hatte.
Eine Natur im Herbst, wie ich sie so noch nie gesehen habe.
Eine ausgeblühte Heide, alte Bäume mit knorrigen Ästen und Nebelschwaden, die aus den Wäldern empor steigen.
Allein der Totengrund in Wisede ist, wie übrigens das Dorf Wilsede generell, einen Besuch wert.






Natürlich ist die Heidelandschaft künstlich, würde man alles sich selbst überlassen, dann würde es keine Heide mehr geben sondern ’nur‘ Wälder, aber dieses Wissen tut der Schönheit der Landschaft keinen Abbruch.
Im Gegenteil, denn die Tatsache, das man sich hier, auf dieser riesen Fläche der Lüneburger Heide, so für den Erhalt dieser Kulturlandschaft einsetzt, finde ich bemerkenswert.
Zumal, und das gehört mit zur Geschichte, man alte Bäume nicht gleich entfernt sondern auch einfach mal so lässt wie sie sind.
Diese eine Woche war auch spirituell ein Urlaub für mich, denn tatsächlich habe ich hier eine Ruhe gespürt, die ich so nur kannte wenn ich auf die Weite des Wassers schaute.
Nun, ein Meer gibt es hier nicht, und dennoch blühte mein Inneres auf, was eindeutig an de Natur liegt.



Und genau hier kommt etwas ins Spiel, was mich spirituell geprägt hat, denn die Lüneburger Heide, in der sich Undeloh ja befindet, ist nicht die Fischbeker Heide – aber die Ähnlichkeiten sind nicht zu leugnen.
Und damit sind natürlich die Zeitlosen gedanklich nicht fern.
Gut, die Zeitlosen nun mit Wodan zu verbinden ist schier nicht möglich, denn schließlich spielten die Götter hier keine Rolle, doch Wodan war der Gott, der früher hier eine Rolle spielte.
Das lag an den Langobarden, die hier einst siedelten, und diesen Gedanken hatte ich schon, bevor ich das erfuhr, denn überall konnte ich Fliegenpilze sehen.





Da Wodan, oder auch Odin genannt, ja als Gott der Schamanen bekannt ist, gehört der Fliegenpilz zu diesem Gott, und dieser Gedanke wurde letztlich auch später bei dem Beginn von Recherchen bestätigt, denn der Name Undeloh stammt aus der Sprache der Langobarden – und die hatten Wodan als ihren Gott im Blick.
Ich war tatsächlich in einer alten Siedlung gelandet.
Und dann wunderte ich mich, das es mir hier so gefiel?
Interessant ist übrigens auch die Legende vom sogenannten Hungerphol; einem See, der bei Trockenheit überlief, bei Feuchtigkeit allerdings trocken fiel.
In Verbindung wird diese Legende übrigens auch mit der Göttin Ostara. Nun kann man davon ausgehen, das dieser Teil der Legende aus der Moderne stammt, aber allein die Tatsache, das man es auf der Informationstafel lesen kann war für mich mehr als nur ein freudiger Augenblick.


Undeloh ist eine Reise wert, egal zu welcher Jahreszeit.
Die Gegend lädt ein zum Erholen, zum Wandern und um die Gedanken reisen zu lassen – auch auf einer Kutschfahrt, wie ich es in dieser Woche selbst erlebt habe.
Und ganz ehrlich – wenn man hier die Natur auf sich wirken lässt, dann spürt man deutlich, das der Mensch im Grunde genommen nur ein ganz kleiner Teil ist.
Die Natur braucht uns nicht – aber wir brauchen die Natur.
Es wäre schön, wenn der Mensch das endlich mal befreifen würde…

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